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Mönchengladbach
Giesenkirchen - Allgäu - Holt: "Passt scho"

Mönchengladbach: Giesenkirchen - Allgäu - Holt: "Passt scho"
Kirchenmusiker Heinz-Josef Fröschen am Spieltisch der neuen Martin-Scholz-Orgel in St. Michael, Holt. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Vor 14 Jahren verließ der Giesenkirchener Kirchenmusiker Heinz-Josef Fröschen die Stadt, um in Pfronten eine neue Stelle anzutreten. Seit eineinhalb Jahren ist er zurück und freut sich auf neue Aufgaben in der Pfarrei St. Benedikt. Von Dirk Richerdt

Das Flachsblond im Haupthaar hat einen Schuss ins Grau getan, aber sonst strahlt der 54-jährige katholische Kirchenmusiker, der sich im Studio fit hält, noch immer eine gewisse jungenhafte Lockerheit aus. Der im Oktober 1960 in Uebach-Palenberg bei Aachen geborene Heinz-Josef Fröschen hat wie mehrere Kollegen aus Gladbach die Organistenschmiede St. Gregoriushaus in Aachen absolviert. Im jugendlichen Alter von 21 Jahren trat er 1981 seine erste Kirchenmusikerstelle an St. Gereon in Giesenkirchen an. Fröschen sorgte für respektable Choraufführungen, darunter das Fauré-Requiem anlässlich der 850-Jahr-Feiern in Giesenkirchen.

"Nach 20 Jahren aber sagte ich mir: Fang mal was anderes an", erinnert sich Fröschen und bewarb sich weit weg - an die Grenze zu Österreich. In Pfronten (Allgäu) wurde er 2001 Kirchenmusiker an der St.-Nikolaus-Kirche, die Pfarrei gehört zum Bistum Augsburg. "Die Allgäuer sind ein ganz besonderer Menschenschlag, aber ich habe schnell Zugang zu ihnen gefunden", sagt Fröschen. Eines der Mitglieder im Pfrontener Kirchenchor habe ihm beim gemütlichen Beisammensein versichert: "Die Rheinländer und die Allgäuer - dös passt scho!" Damit war gleichsam der Aufnahmeritus für den Zugereisten vollzogen.

Den Kirchenchor führte Fröschen im Süden zu anspruchsvollen Aufgaben, darunter eine Aufführung von Gounods Cäcilienmesse. Und besonders froh war er, als er in Pfronten den Neubau einer Orgel voranbringen durfte. "Das war ein Höhepunkt in meinem Leben, als 2009 die neue Orgel in Betrieb ging, die übrigens von der niederrheinischen Orgelbauwerkstatt Seifert in Kevelaer gefertigt wurde."

Doch dann liefen die Dinge für den Niederrheiner im Allgäu nicht mehr so gut. Was daran lag, dass der örtliche Pfarrer zum Generalvikar des Bistums Augsburg berufen wurde. Mit seinem Nachfolger kam Fröschen nicht zurecht. Und so bewarb er sich nach einem guten Dutzend Jahren zurück in die Vitusstadt. Fröschen verschweigt nicht, dass Pfarrer Harald Josephs von der Pfarrei St. Benedikt ihn auf die freiwerdende Stelle an St. Michael in Holt aufmerksam machte. Und so trat er im Januar 2014 hier den Organistendienst an. "Es macht mir sehr viel Freude hier, denn die neue Orgel, die 2011 von der Gladbacher Orgelbaufirma Martin Scholz in St. Michael errichtet wurde, ist ein ganz hervorragendes Instrument", lobt der Kenner.

Ein wichtiges Projekt für ihn stellt die Aufstockung und Verjüngung des etwa 30-köpfigen Kirchenchores Heilig Kreuz in der Pfarrei St. Benedikt dar. "Wir könnten neue Mitglieder gut gebrauchen, vor allem natürlich Männerstimmen", erklärt der Chorleiter. Für die Adventszeit und Weihnachten möchte Fröschen anspruchsvolle festliche Stücke erarbeiten. "Es soll ein großes Weihnachtskonzert geben", verspricht er. Er fühle sich "in der offenen, modernen Pfarrei St. Benedikt mit ihrem vorbildlichen Leitungsteam sehr wohl", gesteht er.

Da Fröschen nur eine halbe Stelle bekommen konnte, unterrichtet er auch an der Gemeinschaftsgrundschule Heyden und leitet den Gesangverein Eintracht Wickrathberg, einen Männerchor. "Zusammen mit dem Jazzchor Mönchengladbach werden wir nach der Sommerpause ein großes, modern ausgerichtetes Konzert in Wanlo vorbereiten", erzählt der 54-Jährige. Die Zusammenarbeit mit dem Chor der Polnischen Mission und ihrem Leiter, Zenon Tomkow, möchte Fröschen intensivieren. "Ich würde gern ein gemeinsames Musikprojekt angehen", berichtet er.

Wer interessiert ist, in einem der beiden Chöre mitzusingen, kann sich bei Heinz-Josef Fröschen anmelden. "Geprobt wird mittwochs 20-22 Uhr mit dem Kirchenchor und donnerstags mit dem GV Wickrathberg", informiert er.

Kontakt per E-Mail an Fröschen unter dieser Adresse: post@heinz-josef-froeschen.de

Quelle: RP
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