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Mönchengladbach
Gigantische Gasleitung geplant

Mönchengladbach: Gigantische Gasleitung geplant
So sieht die bevorzugte Trassenführung (gelb) durch das Stadtgebiet aus. In einer weiteren Variante würde Gladbach noch einmal gestreift. FOTO: Open Grid Europe
Mönchengladbach. Das 1,20 Meter dicke Rohr soll unter anderem durch Herrath, Wanlo und Odenkirchen verlegt werden. Die Stadt hat Bedenken angemeldet, denn es werden Naturschutzgebiete berührt. Von Gabi Peters

Es ist ein Riesenprojekt, das insgesamt 600 Millionen Euro kosten soll. Der Gasnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE) will eine neue über 200 Kilometer lange Fernleitung von Eynatten im Osten Belgiens nach nach Legden im Münsterland verlegen. Nach aktuellem Planungsstand soll die Trasse für die 1,20 Meter dicken Rohre auch durch Mönchengladbacher Stadtgebiet verlaufen.

Dies sei nötig, weil einige Gasfelder versiegen und auf eine neue Gassorte umgestellt werden muss, so der Netzbetreiber. Aus technischen Gründen müssten beide Gassorten in unterschiedlichen Systemen transportiert werden. Deshalb sei eine neue Leitung erforderlich.

Der vom Netzbetreiber derzeit bevorzugte Korridor verläuft laut städtischer Pressestelle nördlich von Venrath und erreicht das Stadtgebiet Mönchengladbach südlich von Herrath. Von da ab soll die Gasfernleitung parallel zur A 46 bis zum Ortsteil Wanlo geführt werden. Die Kreuzung der Niers ist im Bereich der A 46 vorgesehen. Danach schwenkt die Trasse nach Norden, kreuzt die A 46 und verläuft in Parallellage zur vorhandenen Thyssengas-Leitung bis zur Querung der A 61 nördlich des Autobahnkreuzes (AK) Wanlo. Der Vorzugskorridor wird dann über die Windanlagen-Konzentrationsfläche am AK Wanlo bis zur Stadtgrenze geführt.

Südlich von Odenkirchen trifft der Korridor nach Querung der L 19 erneut auf das Stadtgebiet Mönchengladbach, kreuzt die B 59, wird an Sasserath vorbeigeführt, um östlich von Odenkirchen wieder in Parallellage zur vorhandenen Thyssengas-Leitung und einer Hochspannungsfreileitung das Stadtgebiet zu verlassen.

Im Verlauf der Parallellage kreuzt die Trasse ein drittes Mal das Stadtgebiet Mönchengladbach auf der Höhe des Mühlenhofs und wird östlich an Horster Schelsen vorbeigeführt. In Mönchengladbach verläuft die Trasse vorwiegend über landwirtschaftlichen Flächen. Laut Netzbetreiber ist der Einfluss auf die Natur gering. Im Bereich der Rohre dürfen keine Häuser stehen und keine Bäume wachsen, ansonsten ändere sich wenig.

Dennoch hat die Stadt im Rahmen einer Stellungnahme Bedenken angemeldet und stellt Forderungen: Die Naturschutzgebiete Finkenberger Bruch und Niersbruch müssen zwingend von einer Trassenführung ausgenommen werden. Im renaturierten Niersabschnitt südlich der A 46 musse eine Beeinträchtigung des Auenbereichs auf das zwingend erforderliche Maß zu beschränken. In den Wasserschutzgebieten sind die Verordnungen einzuhalten. Außerdem verweist die Stadt darauf, dass es im Süden der Stadt, im Naturraum der Jülicher Börde, im Bereich der Trasse ausschließlich besonders schutzwürdige und fruchtbare Böden befinden. Die Stadt Mönchengladbach fordert außerdem eine erneute Beteiligung im Planfeststellungsverfahren.

Quelle: RP
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