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Mönchengladbach
Gladbach baut mehr Sozialwohnungen

Mönchengladbach: Gladbach baut mehr Sozialwohnungen
Baustelle am Rheydter Ring: Hier baut die Kreisbau AG ein Studentenwohnheim mit mietpreisgebundenen Wohnungen. Dafür gibt's Geld vom Land. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. 85 neue Wohnungen für 7,8 Millionen Euro - erstmals seit Jahren werden wieder alle bereitgestellten Fördermittel abgerufen. Das Land hat sogar einen Nachschlag genehmigt. Seit 2010 sind vor allem große und teurere Wohnungen entstanden. Von Andreas Gruhn

Auf dem Wohnungsmarkt bahnt sich eine kleine Trendwende an: In diesem Jahr sollen insgesamt 85 Sozialwohnungen für Bürger mit wenig Geld entstehen. Erstmals seit Jahren hat die Stadt es geschafft, die vom Land bereitgestellten Fördermittel in voller Höhe an Investoren weiterzugeben - und darüber hinaus gibt es sogar noch einen Nachschlag. Für knapp 7,9 Millionen Euro wird der mietpreisgebundene Wohnungsbau in Mönchengladbach in diesem Jahr gefördert. Eigentlich standen nur 6,6 Millionen Euro bereit. Die Entwicklung kommt etwas überraschend nach den mageren Vorjahren, in denen zum Beispiel nur 25 Wohnungen für 2,6 Millionen Euro (2014) und zuletzt 52 neue Einheiten für 5,8 Millionen Euro (2016) gefördert wurden. Ein Teil der Mittel wurde nicht einmal abgerufen, weil sich Investoren angesichts der günstigen Zinsen lieber frisches Geld auf dem freien Kapitalmarkt ohne Mietpreisbindung besorgten.

"Es ist sehr erfreulich, dass wir jetzt sogar noch mehr Mittel abfragen können", sagte Thomas Fegers, planungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, im Planungs- und Bauausschuss. Der zuständige Dezernent Gregor Bonin erklärte: "Wir haben alle fünf Anträge durchgeprüft, und es sind keine Komplikationen in der Umsetzung zu erwarten." Im einzelnen haben Geld beantragt: die katholische Kirchengemeinde St. Laurentius (2,1 Millionen Euro für 19 Wohnungen an der Wiedemannstraße), der Verein für die Rehabilitation psychisch Kranker (960.000 Euro für 13 Wohnungen an der Hovener Straße), der Caritasverband (1,2 Millionen Euro für 19 Wohnungen in Hehner Holt), die Kreisbau AG (1,8 Millionen Euro für 17 Wohnungen am Rheydter Ring) und eine Privatinvestorin (1,8 Millionen Euro für 17 Wohnungen an der Bachstraße). Weil das Programm überzeichnet war, genehmigte das Land NRW per Erlass im August die Mehrausgaben.

Das ist auch insofern wichtig, weil der Bestand an Wohnungen, die mit öffentlichem Geld gefördert wurden, in den vergangenen zwölf Jahren drastisch zurückgegangen ist. Ende 2016 dürften es nach einer Kalkulation der Stadt noch 7100 Sozialwohnungen gegeben haben - fast 5300 weniger als noch im Jahr 2004. Dabei ist der Bestand an Wohnungen insgesamt in der Stadt seit 2010 eigentlich deutlich gewachsen: Ende 2016 gab es in Mönchengladbach nach Angaben des Landes knapp 137.000 Wohnungen - rund 3600 Einheiten mehr als noch sechs Jahre zuvor.

Schaut man sich aber genauer an, in welchem Segment der Wohnungsbestand gewachsen ist, dann dürfte es sich in der Regel nicht um günstige Unterkünfte handeln: Wie aus Berechnungen des Landes hervorgeht, ist vor allem der Bestand an Wohnungen mit fünf Räumen oder mehr gewachsen. Inzwischen gibt es von diesen großen Behausungen knapp 45.000 in der Stadt. Das sind rund 5,4 Prozent mehr als noch 2010. Landesweit lag der Zuwachs in diesem Segment bei rund 3,2 Prozent. Im Vergleich dazu ist die Zahl der kleineren Wohnungen mit zwei oder drei Räumen nur um 1,7 beziehungsweise 1,1 Prozent gewachsen. Landesweit war der Zuwachs in diesen Segmenten deutlich stärker. Auffällig ist auch, dass die Zahl der Einzimmerwohnungen etwa für Singles spürbar um 3,2 Prozent gewachsen ist, allerdings auch deutlich schwächer als im Landesdurchschnitt (4,2 Prozent).

Im Landesvergleich sind die Wohnungen in Mönchengladbach deutlich kleiner, nämlich im Durchschnitt 85,6 Quadratmeter. Die durchschnittliche Wohnung in NRW ist hingegen fast fünf Quadratmeter größer. Im Durchschnitt lebt jeder Mönchengladbacher Einwohner nach Berechnungen des Landes auf einer Wohnfläche von genau 45 Quadratmetern - immerhin 0,3 Quadratmeter mehr als noch 2015.

Quelle: RP
 
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