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Mönchengladbach
Gladbach will jetzt richtig durchstarten

Mönchengladbach. Eine eindrucksvolle Leistungsschau der aufstrebenden Stadt war der Neujahrsempfang von EWMG und WFMG. Und es gibt einige Anzeichen dafür, dass der Aufschwung noch mehr an Fahrt gewinnt. Von Ralf Jüngermann

Es war die perfekte Kulisse, um ein für die Stadt nahezu perfektes Jahr zu rekapitulieren. Nicht wie sonst in das alt ehrwürdige Haus Erholung, sondern in den stylishen Junkers-Hangar am Flughafen luden Entwicklungsgesellschaft (EWMG) und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFMG) zu ihrem Neujahrsempfang. Die Botschaft im Schatten der JU war klar: Gladbach startet durch. Und sie lässt sich längst nicht mehr nur mit schönen, bunten Planzeichnungen und einem guten Gefühl, sondern mit harten Zahlen und Fakten belegen.

Über 500 Gäste - so viele wie nie und vor allem: So viele bedeutende aus der Ferne wie nie - kamen und lauschten erstaunlich aufmerksam, was Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Geschäftsführer Ulrich Schückhaus und Aufsichtsratsvorsitzender Horst-Peter Vennen im lockeren Bühnengespräch rekapitulieren durften. Minto eröffnet. Santander-Bank bezogen. Weitere Neuansiedlungen im Nordpark. Karstadt in Rheydt gerettet. City Ost beschlossen. Roermonder Höfe ermöglicht. Was übersetzt ja bedeutet: Beide Innenstädte nachhaltig belebt. Arbeitsplätze geschaffen. Wohnraum geschaffen. Auch wenn sich das niemand traute, so klar als Vision zu benennen: All das kann zur Startbahn werden.

Denn die Projekte in der Pipeline sind ja mindestens genau so groß wie die schon gewuppten. Was Jahre lang wie vernagelt schien, ergibt sich gerade scheinbar mühelos. Links und rechts des Mintos wird sich, wie Oberbürgermeister Reiners sagte, noch einiges tun. Um die Ecke kann mit dem Croonsquartier rund um das ehemalige Finanzamt an der Kleiststraße Spannendes passieren. Im Nordpark werden gerade die nächsten Grundstücke verkauft. Die Textil-Akademie, die Unternehmer Rolf Königs fast im Alleingang nach Gladbach holt, wird wohl auch architektonisch ein Highlight in der Innenstadt. Für das Noch-Polizeipräsidium gibt es erste interessante Optionen. An der City Ost werkeln renommierte Büros. Und dann gibt es noch das Projekt, dessen Dimensionen alles sprengt, was in und um Gladbach jemals gebaut wurde. Horst-Peter Vennen, sonst nie um ein zackiges Wort verlegen, kam ein paar Mal ungewohnt ins Stocken, als er über die Zukunft des JHQ sprach und linste vorsichtshalber auf den vorab formulierten Sprechzettel mit den abgestimmten Formulierungen. Zu sehr wird in dieser Phase schon mal ein Wort auf die Goldwaage gelegt. Erwartungsvoll dürfe die Stadt sein angesichts der Aussicht, dass sich ein großer Seasons-Freizeitpark in der Stadt ansiedeln könne, wenn auch "nicht zu früh euphorisch". Bis zum Ende des ersten Quartals werde wohl klar sein, ob der Grundstückseigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, und der Projektentwickler ins Geschäft kommen. Dann müssten die Investoren zunächst mal rund 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die konkretere Planung voranzutreiben. Und im JHQ ginge trotz Freizeitpark und Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber noch mehr, versicherte Vennen auf Nachfrage von Moderator Günter vom Dorp. Auch ein großes Festival sei weiter im Rennen. "Marek Lieberberg ist weiter sehr interessiert an dem Gelände", so Vennen.

Es gab also reichlich Gesprächsbedarf im Hangar, der sich erst entsprechend spät leerte. Tenor der Gäste von außerhalb: Beeindruckend, was plötzlich in Gladbach geht. Tenor der Gladbacher: Hoffentlich nutzen wir jetzt diese einmalige Chance wirklich. Der rote Faden jedenfalls ist gelegt. Auch wenn die Gesamtvision - die wachsende Stadt - an dem Abend erstaunlicherweise kein einziges Mal benannt wurde. Doch die möglichen Investoren von außen verstanden die Botschaft auch so. Es wurden reichlich Visitenkarten getauscht. Auf dass beim kommenden Neujahrsempfang neue Geschichten zu erzählen sind.

Quelle: RP
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