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Mönchengladbach
Gladbach wird immer bayerischer

Mönchengladbach: Gladbach wird immer bayerischer
O'zapft is: Nicht nur in München wird zünftig Oktoberfest gefeiert. FOTO: B. Roemmelt/Tourismusamt München
Mönchengladbach. Wir haben Karneval, Schützenfeste, Borussia und jetzt auch das Oktoberfest. Von Silvana Brangenberg

Mönchengladbach ohne Brauchtum ist wie Paris ohne Eiffelturm oder London ohne Buckingham Palace - das gibt es nicht. Und weil die närrische Zeit schon viel zu lange zurückliegt und auch die Schützenfeste in absehbarer Zeit ihre Höhepunkte erreichen, muss schleunigst etwas Neues her. Wie gut, dass seit einigen Jahren ein weiterer Brauch nach Mönchengladbach schwappt und die Vitusstadt erobert: das Oktoberfest.

Neben vielen kleinen, aber feinen zünftigen Oktoberfesten von Vereinen hat sich vor allem das Wiesnfest im Nordpark etabliert. Bereits im dritten Jahr lockten die Veranstalter mit Hendl, Hax'n, frischgezapftem Bier und Livemusik 2300 Besucher an den Konrad-Zuse-Ring. Doch jetzt soll das Wiesnfest Konkurrenz bekommen. Sie nennen sich "Die Oktoberfest-Macher" und laden für den 2. bis 17. Oktober, jeweils an drei Wochenenden, zum ersten Mönchengladbacher Oktoberfest im Kunstwerk Wickrath ein. Sie versprechen ein bayerisches Megafest.

Besucher erwarten Veranstaltungen wie die "Große Mallorca-Nacht" mit Stars wie Markus Becker und Ina Colada, die "Lange Kölsche Nacht" mit De Hofnarren, Rabaue und Dom Hätzjer. Aber auch viele bayerische Stimmungsbands wie zum Beispiel Wildbach mit Antonia aus Tirol und Stargäste wie Tim Toupet werden erwartet. In der sogenannten VIP-Wiesn-Box sollen Oktoberfestliebhaber bei einem Maß Festbier und zünftigem bayerischen Schmankerl-Buffet feiern können.

Auch der Einzelhandel hat schon auf den Oktoberfest-Trend reagiert. Und so führen die großen Läden für Karnevalsverkleidung, Deiters an der Reyerstraße und Party Discount an der Lüpertzender Straße, Dirndl, Karohemden und Lederhosen im Sortiment.

Auch Geschäfte an der Hindenburgstraße springen auf den Trachten-Zug auf. Seit einem Jahr verkauft Sabine Kuch vom Haus der Braut bajuwarische Mode in ihrem Geschäft. Besucher von Oktoberfesten im Rheinland würden ihrer Meinung nach immer mehr Wert auf hochwertige und individuelle Trachten legen, die länger halten und mehr hermachen. "Dieses Jahr liegen die Partydirndl voll im Trend", sagt Sabine Kuch. Sie unterscheiden sich vor allem von den traditionellen klassischen Dirndls in Länge, Farbe und Applikationen. "Das Partydirndl ist viel kürzer und meistens wird ein Pettycoat darunter getragen, der den Stoff schön aufbauscht", erzählt die Inhaberin vom Haus der Braut. Das romantisch Verspielte stehe ganz klar im Vordergrund, Bambisticker oder Brezen aus Swarovski-Steinen seien besonders beliebt. "Und der sogenannte Balkonausschnitt ist diesen Herbst sehr gefragt. Dazu gibt es auch gleich die passenden Dirndl-BHs", betont Sabine Kuch. Für Individualisten bietet Katja Lange-Bommes in ihrer Odenkirchener Nähschule "Kalabo" extra Dirndl-Kurse an, die von einer bayerischen Expertin begleitet werden.

Quelle: RP
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