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Mönchengladbach
Gladbacher beauftragte kriminelle Geldeintreiber

Was Verbraucher bei zu vielen Schulden machen können
Was Verbraucher bei zu vielen Schulden machen können FOTO: ddp
Mönchengladbach. Die Polizei ermittelt gegen einen 48-jährigen Gladbacher. Es geht um versuchte räuberische Erpressung, der Verabredung zu einem Verbrechen und gefährlicher Körperverletzung. Der Mann ist bereits in Haft. Die Düsseldorfer Polizei und das SEK nahmen am Donnerstag drei weitere Männer fest. Von Gabi Peters

Seit Anfang Juni ermittelt das Kriminalkommissariat 13 der Düsseldorfer Polizei im Fall einer versuchten schweren räuberischen Erpressung, der Verabredung zu einem Verbrechen und einer gefährlichen Körperverletzung.

Ausgangspunkt war die Vermittlung eines Immobiliengeschäftes. Dabei soll ein 48-jähriger Mann aus Mönchengladbach von einem Düsseldorfer (40) betrogen worden sein. "Der 40-Jährige hatte wohl bei dem Geschäft Geld abgezweigt", sagt Susanna Heusgen, Sprecherin der Polizei in Düsseldorf.

Offensichtlich kam der Mönchengladbacher seinem Geschäftspartner auf die Schliche und forderte die Summe zurück. Erfolglos. "Das Geld war wohl auch nicht mehr da", berichtet die Polizeisprecherin. Daraufhin entschied sich der Mönchengladbacher zusammen mit einem Dortmunder (41), eine Art "Inkassounternehmen" zu beauftragen. Drei engagierte Männer sollten die Forderungen auf "ihre Art" eintreiben. Und die entpuppten sich als äußerst gewalttätig.

Polizeibekannt wurde der Fall, nachdem der 40-Jährige in seiner Wohnung in Düsseldorf-Rath von den drei Männern massiv zusammengeschlagen und mit einem Messer bedroht worden war. Der Verprügelte vertraute sich der Polizei an. Er schilderte den Beamten von dem Betrug bei der Vermittlung eines Immobiliengeschäftes, von der Androhung von Gewalt und von überzogenen Geldforderungen des Mönchengladbachers. Susanna Heusgen: "Ursprünglich entsprach die Summe dem Preis eines Kleinwagens, die später geforderte Summe lag weit, weit darüber." Außerdem berichtete der Düsseldorfer von den rabiaten Geldeintreibern. Die sollen sogar seine Familienmitglieder massiv bedroht haben. Und um die habe er Angst.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass die "Gläubiger" tatsächlich drei Männer mit der widerrechtlichen Eintreibung des Geldes beauftragt hatten. Einer der beiden Beschuldigten verfügte offenbar über gute Kontakte ins kriminelle Milieu nach Niedersachsen, wo er mehrere Männer kannte, die gezielt auf den 40-Jährigen angesetzt wurden und ein "Erfolgshonorar" aus dem erpressten Geld erhalten sollten. Insoweit soll auch bereits vereinbart gewesen sein, sich des Zeugen für den Fall ausbleibender Zahlungen zu bemächtigen und bis zur Begleichung der überhöhten Zahlungssumme als Geisel in ihrer Gewalt zu halten.

Die beiden "Auftraggeber", der Mönchengladbacher und der Dortmunder, wurden bereits am 14. Juni an ihren jeweiligen Wohnanschriften festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Der Gladbacher hat mittlerweile ein Teilgeständnis abgelegt. Der zweite Beschuldigte bestreitet die ihm vorgeworfene Art der Geldeintreibung. Beide Männer befinden sich derzeit sich in Untersuchungshaft.

Die drei weiteren tatverdächtigen Geldeintreiber im Alter von 25, 34 und 39 Jahren wurden gestern an ihren Aufenthaltsorten in Oldenburg, Lemwerder und Ronnenberg von Spezialeinheiten festgenommen. Gegen den 25- und 34-Jährigen lagen bereits Haftbefehle vor. Für den 39 Jahre alten Mann beantragte der zuständige Düsseldorfer Staatsanwalt gestern einen Haftbefehl. Beweismittel wurden bei anschließenden Wohnungsdurchsuchungen sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: RP
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