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Mönchengladbach
Gladbacher Lifestyle-Marke Lambert ist 50

Mönchengladbach. Am Anfang stand eine auf Reisen zusammengetragene Sammlung - daraus wurde ein besonderes Wohnkonzept. Von Angela Rietdorf

Die großen Flagship-Stores stehen in Düsseldorf oder Berlin, in Hamburg, Wien und Zürich: Lambert ist eine internationale Lifestyle-Marke. In Mönchengladbach gibt es ein Depot mit Outlet-Charakter - vor allem aber den Firmensitz, von dem aus alles gesteuert wird. An der Konstantinstraße in Giesenkirchen im Ensemble der ehemaligen Spinnerei Pferdmenges schlägt das Herz des Unternehmens, das jetzt sein 50-jähriges Bestehen feiert. Dort arbeiten 60 Mitarbeiter, sind Einkauf, Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung angesiedelt sowie eine "kleine, aber feine Messen- und Leuchtenproduktion", wie Eigentümer Bernd D. Ehrengart sagt.

Begonnen hat alles damit, dass der gebürtige Rheydter Günter Lambert T-Shirts, Blusen und Hemden in Fernost einkaufte und deutsche Boutiquen damit belieferte. Er war ein Jäger und Sammler, fand außer Textilien auch ungewöhnliche Möbel und Accessoires aus handwerklicher Produktion in Asien, verkaufte sie anfangs ebenfalls über die Boutiquen. Bald war klar, dass sich ein spannender Markt auftat - Günter Lambert gründete sein Unternehmen und führte es 33 Jahre lang.

"Er hatte ein Gespür für Entwicklungen", sagt sein Nachfolger Ehrengart. In den 1970ern und 80ern wurde der Landhausstil von ihm geprägt mit traditionellen Korbmöbeln in modernem Design. Auch der Tempeltisch mit echtem Burmalack gehört zu den damals entstandenen Stilikonen, die nach wie vor aktuell sind. "Wir haben noch immer ungefähr 300 Produkte in der Kollektion, die es schon seit Jahrzehnten gibt", sagt Ehrengart, der das Unternehmen Lambert vor 17 Jahren übernommen hat. Insgesamt umfasst die Kollektion heute etwa 2000 Produkte. Ehrengart hat die Marke Lambert behutsam in die Zukunft geführt. Ihm gelang der Wandel vom romantischen Landhausstil zur urbanen Kollektion. Der hohe Anspruch an die handwerkliche Qualität und die individuelle Gestaltung ist aber geblieben.

"Unsere Produkte werden in kleinen handwerklichen Manufakturen hergestellt, zum Teil in Deutschland, zum Teil in Osteuropa, aber auch in Indien, Vietnam und Thailand, wo man noch Familienunternehmen findet, in denen handwerkliche Traditionen gepflegt werden", sagt der geschäftsführende Gesellschafter. Nur ein Beispiel: An einem filigranen Metallkunstwerk von Lambert lötet ein Handwerker in Indien drei Tage.

So etwas hat selbstverständlich seinen Preis. "Wir haben nicht den Massenmarkt, sondern eine Nische im Auge", sagt Ehrengart. Aber die Kunden seien nicht unbedingt reich. "Sie legen einfach Wert auf Individualität und haben eine hohe Affinität zur handwerklichen Verarbeitung, wollen Möbel und Accessoires, die sich abheben."

Die Kollektion, die bei Lambert zu finden ist, wird exklusiv für das Unternehmen hergestellt. Die Produktentwicklung erfolgt in Mönchengladbach, aber auch bei den Lieferanten. "Wir haben 120 Lieferanten, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten", sagt Bernd D. Ehrengart. "Auch sie haben Ideen, die sie einbringen." In der Zentrale an der Konstantinstraße läuft alles zusammen.

Als Zukunftstrend macht Lambert-Chef Ehrengart die Multifunktionalität der Räume aus. "Die Tendenz wird ,Weniger ist mehr' sein", ist er überzeugt. "Jedes Stück wird mit Bedacht ausgewählt."

Quelle: RP
 
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