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Mönchengladbach
Gladbachs Aufschwung in Zahlen

Mönchengladbach: Gladbachs Aufschwung in Zahlen
Der Junkers-Hangar, der Regiopark, das Minto und die Hochschule gelten als überregional ausstrahlende Magnete in der Stadt Mönchengladbach. FOTO: Event Hangar MG/Coscia/ Titz/ Knappe/Ilgner
Mönchengladbach. Mehr Einwohner, mehr hochqualifizierte Arbeitnehmer, höhere Produktivität: Auf der Messe Expo Real wurde Montag ein positiver neuer Standortbericht präsentiert. Doch er benennt auch Herausforderungen und Aufgaben für die Zukunft. Von Jan Schnettler

Drei bundesweit renommierte Investoren seien nach dem jüngsten Immobilien- und Investorendialog im Haus Zoar zu ihm gekommen und hätten zugesichert: "Wir kommen nach Gladbach." "Und das waren keine Schwätzer", sagt Heinz Schmidt. Im Brustton der Überzeugung bescheinigt der Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein dem Aufschwung an allen Fronten, den Gladbach derzeit erlebt, noch lange nicht am Limit angekommen zu sein: "Da ist noch erstaunlich viel in der Pipeline."

Doch um die positive Entwicklung weiter voranzutreiben, sind endlich gute Kennzahlen und entsprechendes Abschneiden in denjenigen Rankings vonnöten, auf die Investoren so gerne schauen. Auf der Münchner Gewerbeimmobilienmesse Expo Real konnten IHK und Wirtschaftsförderung gestern eine solche Datenbasis präsentieren. Das brandaktuelle Standort- und Wirtschaftsprofil des Hamburger Beratungsinstituts Georg Consulting "weist uns nach, dass wir erstaunlich gut abschneiden", sagt WFMG-Geschäftsführer Ulrich Schückhaus. In folgenden Bereichen hat Gladbach seine gute Entwicklung nun schwarz auf weiß:

Hier gibt es zwar keine nennenswerten Veränderungen, doch der Ist-Zustand ist schon spitze. Hinsichtlich der überregionalen Erreichbarkeit im kombinierten Pkw-/Luftverkehr belegt Gladbach unter den 30 größten Städten Platz 9, im Umkreis von 100 Kilometern lassen sich 15 Millionen Konsumenten erreichen. Lagequalität und Verkehrsanbindung werden folglich als sehr gut bewertet.

Masterplan, Minto, Junkers-Hangar, Hochschule, Regiopark und die entstehende Textilakademie werden als überregional ausstrahlende Magneten genannt, ebenso die Entwicklungsmöglichkeiten im JHQ.

Die Untersuchung bescheinigt Gladbach, seit 2012 die demografische Trendwende geschafft zu haben. Binnen drei Jahren wuchs die Einwohnerzahl demnach um 0,8 Prozent, wobei das Wachstum 2014 am höchsten ausfiel. Dies wird in erster Linie auf Wanderungsgewinne zurückgeführt. Als besonders positiv wird der überdurchschnittlich hohe Anteil der 15- bis 24-Jährigen gewertet: Er liegt mit 11,6 Prozent fast einen Prozentpunkt über dem Bundesschnitt.

Dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen seit Jahren steigt und die Arbeitslosigkeit sukzessive gesunken ist, ist nicht neu. Doch die Georg-Erhebung zeigt auch: Gladbach entwickelt sich zur Pendlerstadt, 41 Prozent aller hier Arbeitenden kommen von außerhalb; täglich pendeln 3416 mehr Menschen ein als sie verlassen. Auch erfreulich: Trotz vieler neuer Arbeitsplätze für Niedrigqualifizierte in der Logistik hat sich auch die Beschäftigung in den so genannten wissensintensiven Wirtschaftszweigen gut entwickelt. Zwischen 2010 und 2014 konkret um sechs Prozent. Und das auch dank der Logistik. "So ist etwa die komplette Logistik-Leitung von Esprit mit 60 Mann von Ratingen nach Gladbach gekommen", so Schückhaus. Die Hochschule überlege sogar, einen Lehrstuhl für Textillogistik einzurichten. Mittlerweile gilt jeder zehnte Beschäftigte in Gladbach als hochqualifiziert - allein 2014 betrug der Zuwachs 6,8 Prozent.

Georg sagt nichts Geringeres als dies: Gladbach hat den Strukturwandel gewuppt und sich zu einem modernen Dienstleistungszentrum entwickelt; 75 Prozent aller Beschäftigten arbeiten in diesem Sektor. Die Produktivität (Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen) hat sich überdurchschnittlich gut entwickelt, von 2000 bis 2012 um 54 Prozent (Bund: 38,7). Erfreulich: Speziell die verarbeitenden Unternehmen konnten ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern. Heinz Schmidt verweist zudem auf die Entwicklung beim Gladbacher Bruttoinlandsprodukt: "In den letzten fünf Jahren stieg es um 14, in den letzten zwei Jahren um 21,6 Prozent."

Erfolge bei Ansiedlungen und Gewerbeflächenumsätzen sind hinlänglich bekannt, ebenso die Tatsache, dass alle relevanten Kennzahlen nach oben weisen. Doch langsam gehen die Flächen aus. Nicht nur bei Gewerbe-, sondern auch bei Wohnflächen. "Wir müssen schnellstmöglich Baugebiete produzieren", sagt Schückhaus. EWMG-Prokurist Reinhard Schnabel nennt ein Beispiel: Für die 21 Grundstücke im Bereich Rönneter fanden sich binnen zwei Tagen 60 Interessenten. Bis 2030 wird von einem Bedarf von 8500 neuen Wohneinheiten ausgegangen, mit einem Schwerpunkt auf Ein- und Zweifamilienhäusern.

Quelle: RP
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