| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
Gladbachs glitzernder Asphalt sorgt für Irritationen

Mönchengladbach: Gladbachs glitzernder Asphalt sorgt für Irritationen
FOTO: Andreas Gruhn
Mönchengladbach. Am Sonntag wird der Sonnenhausplatz mit einem Kunst- und Kulturprogramm eröffnet. Der glitzernde Asphalt sorgt bei einigen Passanten für Irritationen. Eine Gefährdung etwa bei Epilepsie durch das Glitzern schließen Mediziner aber aus. Von Andreas Gruhn

Die Esel sind da, der Asphalt glitzert, das Fest kann kommen. Am Sonntag wird ab 14 Uhr der Sonnenhausplatz vor dem Minto mit einer einem Kulturprogramm an die Gladbacher übergeben. Die Stadt hat rund 1,65 Millionen Euro in den Platz investiert. Das Kunstwerk von Rita McBride wurde vom Minto-Betreiber gestiftet. Das sind die wichtigsten Fragen vor der Eröffnung.

Warum glitzert der Asphalt?

Auf dem Asphalt ist eine Kunstharzschicht aufgebracht und darauf ein spezielles Splitgemisch gestreut und gewalzt worden, das Bestandteile enthält, die Lichtstrahlen reflektieren. Vor allem bei starkem Sonnenlicht wie in diesen Tagen ist das Glitzern sehr auffällig. Im Gehen entsteht so ein markanter visueller Effekt. Viele Passanten waren verwundert und irritiert, als sie das erste Mal über den Belag gingen. Das ging sogar soweit, dass in sozialen Netzwerken über Gesundheitsgefährdung und Gefahren für an Epilepsie Erkrankte diskutiert wurde.

Ist da etwas dran? Ist das Glitzern gefährlich bei Epilepsie?

Dafür spricht wenig bis gar nichts. Zwei von unserer Redaktion befragte Epilepsie-Experten erklärten unabhängig von einander, dass das Glitzern kaum ausreicht, um Beschwerden oder gar einen epileptischen Anfall auszulösen. Patienten mit (unbehandelter) Photosensibilität reagieren bei einer bestimmten Frequenz von Hell-Dunkel-Veränderungen zwar unter Umständen mit einem Anfall, sagt Dr. Ulrich Specht, Leitender Arzt in der Rehabilitationsklinik Bielefeld Bethel für Epilepsie. Grund sei eine entsprechende Flackerlicht-Empfindlichkeit. Doch dafür brauche es schon mehr als ein bisschen Funkeln auf dem Boden. "Ich würde das in diesem Fall für extrem ungewöhnlich halten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Belag eine relevante Gefährdung für diese sehr kleinen Gruppe darstellt", sagt Specht. "Der Effekt kann für die Augen sicher unangenehm sein, ohne dass man nur einen Hauch empfindlich für Flackerlicht ist." Dr. Uta Fischer, Oberärztin in der Neurologie des Maria Hilf, sagt ebenfalls: "Ich halte höchstens Irritationen und Schwindelgefühl für vorstellbar."

Wie wird am Sonntag gefeiert?

Um 14 Uhr eröffnet OB Hans Wilhelm Reiners den Sonnenhausplatz. Um 14.15 Uhr ist dann ein vertikales Konzert des Jugendsinfonieorchesters der Musikschule an der Fassade des Sonnenhauses geplant. Anschließend erfolgt um 14.45 Uhr die offizielle Übergabe des Kunstwerks "Donkey's Way". Bis in den Abend hinein wird es weiteres unter anderem musikalisches und künstlerisches Programm auf und um den Sonnenhausplatz sowie im Haus Erholung geben (14.45/16.14 Uhr Duo Toprak, Baglama/ Gitarre; 16.45 Uhr Blechbläser-Ensemble der Musikschule; 17.15 Uhr Jugendblasorchester der Musikschule). Um 16 Uhr gibt es eine offene Diskussion über Kunst, Esel und Wege in der Stadt. Ende ist um 18 Uhr.

Was bedeutet das für den Verkehr?

Zum einen wird es ab etwa 13 Uhr keinen Busverkehr auf der Hindenburgstraße geben. Die Linien 003, 007, 009, 010, 013, 019, 023 und 033 werden umgeleitet. Die Umleitung verläuft vom Europaplatz über die Sittardstraße und Steinmetzstraße,

Ersatzhaltestellen werden in Höhe der Parkhäuser und am Minto eingerichtet. Ebenfalls von 14 bis 18 Uhr ist die Bismarckstraße zwischen Bismarckplatz und Steinmetzstraße für die Veranstaltung "StraßenFREIraum" gesperrt. Dort können Besucher den Straßenraum auf eigene Weise erobern und entdecken: Umherwandeln, Picknick, Bobbycar-Parcours - alles möglich.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Gladbachs glitzernder Asphalt sorgt für Irritationen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.