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Mönchengladbach
Gladbachs Vermessung wird zum Modell

Mönchengladbach: Gladbachs Vermessung wird zum Modell
Das Schaubild zeigt die gelben Routen, die das Vermessungsfahrzeug gefahren ist. An den Punkten werden die Geodaten digital gesammelt. FOTO: Weber
Mönchengladbach. Um seniorenfreundliche Städte zu entwickeln, werden Geodaten aus zwei Stadtteilen gesammelt. Von Dieter Weber

Wenn in den nächsten Jahren beispielsweise in München, Berlin oder Hamburg Stadtplanung betrieben wird, werden Experten Ergebnisse nutzen, die in Mönchengladbach entstanden sind. Konkret: in Hardterbroich-Pesch und in Rheindahlen. Denn in diesen Stadtquartieren hat Heiko Lohre vom weltweit agierenden Unternehmen Topcon bei kilometerlangen Fahrten mit einem Spezialfahrzeug Geodaten gesammelt, die in einen sogenannten Safety-Atlas eingehen werden: Dieser dokumentiert, was alles beachtet werden muss, damit sich Senioren zukünftig sicher und barrierefrei durch eine Stadt bewegen können. Dieses Projekt gehört zum Forschungsvorhaben "UrbanLife +", das hier in der Stadt angedockt ist und das sich das Bundesministerium für Bildung und Forscher Millionen kosten lässt.

In den beiden Gladbacher Stadtteilen - Hardterbroich-Pesch steht für eine städtische, Rheindahlen für eine eher ländliche Struktur - ist Lohre jede wichtige Straße abgefahren. Die Datenerfassung bezieht alles ein in einem Umkreis von 100 Metern, wenn nicht Gebäude die Sicht versperren. "Es gibt keine Fotos - weder von Häusern noch von Menschen oder Autos. Wir erfassen nur Geodaten", sagt Lohre. Das Material geht weiter an das Unternehmen Drees & Sommer, das den Safety-Atlas entwickelt. Und dafür werden die Daten ausgewertet: Welche Stolperfallen müssen beseitigt werden, damit Ältere problemlos durch den Stadtteil gehen können? Wo stehen Bänke, auf denen sie sich ausruhen können? Wie sind Straßen, Plätze, Wege ausgeleuchtet? Wie können Ältere besser auf Gefahrenpunkte an Straßen und Kreuzungen hingewiesen werden? Auf diese Fragen wird der Safety-Atlas ab Ende 2020 Antworten geben - nicht nur für Mönchengladbach, sondern generalisiert für alle Kommunen, die bei der Planung Bedürfnisse von über 65-Jährigen berücksichtigen müssen. Senioren aus Hardterbroich-Pesch und aus Rheindahlen sind Vorreiter und können als erste profitieren: Dort soll es dann auch technische Modelllösungen geben.

Quelle: RP
 
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