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Mönchengladbach
Gottesdienst mal laut und mal leise

Mönchengladbach: Gottesdienst mal laut und mal leise
Gottesdienst mit Motorradwallfahrt, auf Kölsch-Katholisch und mit der Remember Band - nur einige von mehreren ungewöhnlichen Angeboten. Gottesdienst mit Motorradwallfahrt, auf Kölsch-Katholisch und mit der Remember Band - nur einige von mehreren ungewöhnlichen Angeboten. Gottesdienst mit Motorradwallfahrt, auf Kölsch-Katholisch und mit der Remember Band - nur einige von mehreren ungewöhnlichen Angeboten. FOTO: Raupold, Baum, Reichartz
Mönchengladbach. Auch Biker suchen Segen: In den christlichen Gemeinden der Stadt gibt es viele ungewöhnliche Angebote. Von Angela Rietdorf

In der Osterzeit laden die christlichen Kirchen zu vielen Gottesdiensten ein: beginnend am Abend des Gründonnerstags über Karfreitag und die Osternacht bis hin zu den Gottesdiensten am Ostersonntag und -montag. Meist wird hier die Form der klassischen Liturgie gewählt. Darüber hinaus aber haben sich in der Stadt eine Reihe von ungewöhnlicheren Formen des Gottesdienstes etabliert, die Gruppen ansprechen, die vom normalen Sonntagsgottesdienst nicht unbedingt erreicht werden.

Ein paar Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Die Citykirche am Alten Markt lädt an jedem zweiten Sonntag im Monat zu Tanzgottesdiensten ein. "Das sind Abende mit meditativen Tänzen und spirituellem Hintergrund", beschreibt Burga Gripekoven, die die Gottesdienste leitet, den Ansatz. Die Musik, zu der getanzt wird, sei meist klassisch - Bach, Händel oder Mozart, die Choreographie ruhig und leicht erlernbar. Es gehe darum, Spirituelles auch körperlich zu erfahren und zum Ausdruck zu bringen. Auch in einer anderen Gottesdienstform geht es um körperlichen Ausdruck, aber mit gänzlich anderem Hintergrund. Annette Beuschel ist vom evangelischen Kirchenkreis mit der Gehörlosenseelsorge beauftragt und feiert auch einmal im Monat einen Gottesdienst in Gebärdensprache in der evangelischen Christuskirche. "Die Gebärdensprache hat eine ganz eigene Grammatik, die mit dem gewohnten Schriftdeutsch nicht viel zu tun hat", erklärt die Pfarrerin. Deshalb lesen Gehörlose nicht so gern in der Bibel, sie lassen sich lieber gebärden. In einem Gehörlosengottesdienst wird natürlich auf Musik verzichtet, nicht aber auf das Gemeinschaftserlebnis des Gesangs, wenn auch in anderer Form. "Es gibt einen Gebärdenchor", sagt Annette Beuschel, "und auch die Gebete werden gemeinsam gebärdet."

Segen für die Reise suchen die Motorradfahrer. Einmal im Jahr veranstalten sie ihren eigenen Gottesdienst unter ökumenischen Vorzeichen. Die Biker beginnen in diesem Jahr am 9. Juli in Heilig Geist in Geistenbeck mit einer ökumenischen Andacht. Es folgen eine Motorradwallfahrt im Korso zum Münster und ein Gottesdienst in der Krypta. Auch die Jugendkirchen in der Stadt entwickeln ihre eigenen Formen.

"Die Jugendlichen treffen sich jeden Freitagabend zu einem selbstgestalteten Gottesdienst", beschreibt Pfarrer Stephan Dedring das Angebot der Rheydter Jugendkirche. Im allgemeinen findet der Jugendgottesdienst in der Jugendkirche statt, manchmal werden aber auch bewusst andere Orte ausgesucht, zum Beispiel ein Supermarkt oder eine Kneipe. Andere Orte für Gottesdienste wählt auch die Freie evangelische Gemeinde. Sie hat den Anspruch, als Kirche unterwegs zu sein und lädt sonntags ins Theater im Gründungshaus ein oder auch zu spirituellen Wanderungen.

Ganz anders dagegen die kölsch-katholischen Angebote zur Karnevalszeit, die Pfarrer Harald Josephs 1999 in Gladbach initiierte. "Lachen und der Glaube an den lieben Gott gehören zusammen", meint der katholische Pfarrer und stößt mit Gottesdiensten, in denen man in den Kirchenbänken zu karnevalistischen Liedern auch mal schunkeln kann, auf ein gewaltiges Echo. Die Musik ist für viele, die der Kirche sonst eher fern stehen, ein Schlüssel zum spirituellen Angebot. So gibt es in Rheydt Jazz-Gottesdienste, in Gladbach zur Weihnachtszeit Christmas-Classics-Gottesdienste mit der Remember Band und mitreißendem Weihnachts-Pop. Bunte Vielfalt also unter Kirchendächern, unter freiem Himmel oder auch in ganz ungewohntem Umfeld.

Quelle: RP
 
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