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Mönchengladbach
Grillen und Chillen im herbstgoldenen Licht

Mönchengladbach: Grillen und Chillen im herbstgoldenen Licht
Abel Rodriguez (links), nutzt das schöne Wetter, um mit seinen Freunden mit Stadtwald zu grillen. FOTO: Wilms-Adrians
Mönchengladbach. Punktgenau zum Wochenende gibt es einen goldenen Oktober, wie er kaum schöner sein könnte. Ob Angler, Spielplatzbesucher oder reiner Sonnenanbeter - auch im Stadtwald suchen viele Menschen unter strahlend blauem Himmel Spaß und Entspannung. Von Angela Wilms-Adrians

Die doppelspurige Dahlener Straße ist nicht fern, und doch erscheinen Trubel, Lärm und Hektik im Stadtwald unendlich weit weg. Hier und da sind Kinderrufe zu hören, vielleicht auch einige Wortfetzen von den Bänken und Grillplätzen. Es ist, als wäre alles Laute und Umtriebige versunken im Weiher, auf dem träge ein paar Blätter von den Bäumen liegen. Träge sind offenbar auch die Fische, die sich an diesem Tag nicht so recht zeigen wollen, und damit ihr Leben retten, während die Herren vom Anglerverein Mönchengladbach und Rheydt 1935 das Nachsehen haben. So genießen auch die Angler ganz einfach die Ruhe in der Nachbarschaft von anderen Petrijüngern.

Christian Sweet, hochgewachsener Vorsitzender des Anglervereins, erfreut sich am sonnigen Tag im Bewusstsein, dass dieser zum vielleicht letzten schönen Wochenende vor dem Winter gehört. Da nimmt er es gelassen, dass die Karpfen nicht recht beißen wollen. Derweil scherzt Daniel Maaßen: "Die Fische sonnen sich sicher irgendwo". Maaßen vermutet, dass die Aale zur Dämmerstunde auftauchen werden. Ebenfalls sparsam vertreten sind zur nachmittäglichen Stunde die Jogger, die vielleicht wie die Fische auf schattigere Stunden warten. Der 15-jährige Niklas Koeppen hat als Nachwuchsangler ein Zelt am Weiher aufgestellt. Er will die milden Temperaturen nutzen, um zünftig die Nacht am See zu verbringen.

Auf den Wiesen sammeln sich hier und da mehr oder weniger große Gruppen zum Grillen, während kulinarische Wohlgerüche und Düfte von leicht Angekokeltem durchs Gelände ziehen. Abel Rodriguez grillt erstmals mit Familie und Freunden im Stadtwald und ist davon sehr angetan. "Mir gefallen der Park, der Spielplatz, die Natur und das schöne Wetter", sagt der in Rheydt wohnende, 35-jährige Spanier gut gelaunt.

In der Ruhe liegt die Kraft: Christian Sweet, Erster Vorsitzender des Angelvereins, nimmt es gelassen, dass die Karpfen im Stadtwald-Weiher diesmal nicht so recht beißen wollen. Dafür genießt er die Herbstsonne. FOTO: Detlef Ilgner

Nicht weit entfernt haben zwei junge Türken nicht nur einen kleinen Grill mit gut gewürzten Spießen belegt, sondern auch ihre Wasserpfeifen ausgepackt. Ab und zu genießen sie einen Zug, während sie auf ihr Essen warten. Mit ihnen erfreuen sich über den Park verteilt Menschen verschiedenster Nationalitäten und Kulturen friedlich vereint an sommerlichen Temperaturen unter der für alle gleichen Sonne.

Fröhlicher Betrieb herrscht auf dem Spielplatz, wo Kinder nach Herzenslust schaukeln, toben, klettern und keine Zeit für Handys haben. Der achtjährige Amir ist mit seiner Mutter, dem Bruder und zwei Cousinen im Stadtwald und findet einfach alles toll: "Da kann man super Fußball spielen, und das Klettergerüst ist auch sehr schön", sagt er mit Kennerblick in Richtung des Wasserspielplatzes, der gerade ohne Wasser ist, und die Spielgeräte auf dem Sand. Seine Mutter passt auf die mitgebrachten Spielzeuge, einen Bagger und Laster, auf. Sie freut sich, dass die Kinder unbeschwert spielen und sie selbst Zeit zur Muße hat. "Ich faulenze hier seit Stunden, der Akku meines Handys ist leer, und die Kinder spielen die ganze Zeit", stellt sie absolut entspannt und zufrieden mit sich und der Welt fest.

Von Christian Moscharski verlangt die kleine Tochter etwas mehr Einsatz, während seine Frau mit dem größeren Kind den Monte Klamotte hinaufgestiegen ist. Er spielt mit dem Töchterchen im Sand und schaut ihm zu, wie es die wackeligen Schaukeltiere prüft. "Die Sonne ist optimal. Wenn man den Nachrichten glauben darf, ist das nun das letzte schöne Wochenende in diesem Herbst. Da wollen wir die Sonnenstrahlen mitnehmen, und die Kinder freuen sich, dass sie ohne dicke Jacke spielen können", resümiert Moscharski mit zufriedenem Lächeln.

Der Park ist gut besucht und wirkt doch nicht überlaufen. Es bleiben einige ruhige Plätzchen für den persönlichen Rückzug, den etwa ein Mann auf der mitgebrachten Wolldecke für ein Nickerchen nutzt. Hier und da nutzen Senioren die Bänke für ein kleines Sonnenbad. In das Grün der dichten Baumgruppe auf dem Hügel mischen sich noch sparsam, doch anmutig gelbe und rote Tupfen. Das Farbspiel unter blauem Himmel wird zur prachtvollen Kulisse der Szenen an der Seilrutsche. Denn hier will der Karabinerhaken nicht immer so rasch gleiten, wie es den jungen Nutzern gefällt.

Quelle: RP
 
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