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Mönchengladbach
Grimms Märchen im Schelsener Pfarrsaal

Mönchengladbach: Grimms Märchen im Schelsener Pfarrsaal
Die Laiendarsteller stehen im Schelsener Pfarrsaal auf der Bühne in liebevoll und aufwendig gestalteten Kulissen. Zehn Schauspieler und viele Helfer machen mit. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Seit 32 Jahren gibt es das Schelsener Weihnachtsmärchen. Ab Sonntag werden hunderte Kinder in elf Vorstellungen das Märchen vom gestiefelten Kater sehen. Auf der Bühne stehen Laien. Fast alle Vorstellungen sind ausverkauft. Von Christian Lingen

Als Jan Schoor noch ein Kind war, saß er mit großen Augen im Schelsener Pfarrsaal und bestaunte das Treiben auf der Bühne. Laiendarsteller spielten in der Weihnachtszeit eines der Märchen der Gebrüder Grimm, und die Kinder im Saal waren völlig fasziniert. Seit 32 Jahren gibt es alljährlich das Schelsener Weihnachtsmärchen. Jan Schoor ist längst erwachsen. Und nicht nur das. Jan Schoor ist der gestiefelte Kater. Seit drei Jahren gehört er selbst zur Schauspieltruppe. Im aktuellen Stück spielt er für hunderte Kinder die Hauptrolle. Am Sonntag feiert das diesjährige Weihnachtsmärchen seine Premiere. Bis auf eine Vorstellung sind alle anderen bereits ausverkauft.

"Nach den Sommerferien haben wir damit angefangen, uns mit dem Stück zu beschäftigen. Seit Anfang November bauen wir die Kulissen", erzählt Magdlen Gerhards. Sie ist die Regisseurin des Schelsener Weihnachtsmärchen, in dem sie als Märchentante im Schaukelstuhl durch die Geschichte vom gestiefelten Kater führt. "Das macht immer sehr viel Spaß. Da kann man mit den Kindern agieren. Wenn es im Saal vollkommen ruhig wird, dann ist das Stück richtig gut", erzählt sie. Die Schelsener Bühne ist ihr nicht fremd. Früher spielte sie selber im Märchen mit. Die Regie hat sie vor 16 Jahren übernommen. Stolz ist sie darauf, dass sich junge Menschen für das Weihnachtsmärchen engagieren. Zehn Schauspieler und eine große Gruppe Helfer sind beteiligt.

Während der Proben ziehen die Schauspieler bereits Teile ihrer Kostüme an. So können sie sich besser in ihre Rollen hineinversetzen. "Wir haben im Laufe der Jahre natürlich einen Fundus angehäuft. Einige Teile bekommen wir auch aus dem Kostümverleih. Manche Kleider sind aber auch extra für das Stück genäht worden", sagt Magdlen Gerhards. Die Stimmung während der Proben ist konzentriert und gleichzeitig ausgelassen. Die Freude am Bühnenspiel ist den Darstellern deutlich anzumerken. Das liegt auch an den Kulissen. Sie sind sehr detailverliebt. So gibt es unter anderem eine Rosenhecke, einen Brunnen und ein Mühlrad, das sich dreht.

Das Märchen vom gestiefelten Kater gehört zu den Klassikern der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm und steht in deren Sammlung aus dem Jahr 1812. Erfunden wurde das Stück jedoch zuvor von Johanna Hassenpflug, die sich an einer Vorlage von Charles Perrault aus dem Jahr 1697 bediente. Der gestiefelte Kater hat also eine lange Tradition, und die Kinder, die nach Schelsen kommen, werden begeistert sein. Im Stück geht es um Ungerechtigkeit, Dankbarkeit und Glück - alles Dinge, die Kinder sehr genau wahrnehmen. In elf Vorstellungen spielt die Laientruppe das Stück nach. Jan Schoor freut sich schon auf einen ganz besonderen Moment. "Mein Sohn ist fünf Jahre alt und wird bei einer Vorstellung im Publikum sein", erzählt er.

Für die Vorstellung am Mittwoch, 30. November, um 11.30 Uhr gibt es noch reichlich Karten. Der passende Termin also für Schulklassen und Kindergärten, die noch kommen möchten. Der Eintritt kostet fünf Euro. Zu kaufen gibt es die Karten im Hofladen Hütten an der Schloss-Dyck-Straße 122, bei Schreibwaren Rosen an der Konstantinstraße 166 und bei Optik Neeten an der Marktstraße 8. Gruppen ab 20 Personen können Kartenanfragen per Mail an karten@weihnachtsmaerchen-schelsen.de senden.

Quelle: RP
 
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