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Mönchengladbach
Große Trauer um den kleinen Sunny

Mönchengladbach: Große Trauer um den kleinen Sunny
Angehörige des kleinen Santino stellten unserer Redaktion dieses Foto mit Einwilligung der Mutter zur Verfügung. Der kleine Junge starb am 22. September bei einem Autounfall. Er wurde gerade einmal acht Jahre alt. FOTO: Benedikt Küppers
Mönchengladbach. Das Schicksal des achtjährigen Jungen, der am Donnerstag von einem Auto erfasst wurde und wenig später im Krankenhaus starb, bewegt viele Menschen. Die Familie sammelt Spenden für seine Beerdigung. Von Gabi Peters

Das Schicksal des achtjährigen Jungen, der am vergangenen Donnerstag auf der Kölner Straße in Odenkirchen von einem Auto erfasst wurde und wenig später im Krankenhaus starb, bewegt viele Mönchengladbacher. Für die Beerdigung des kleinen Santino, der auch Sunny genannt wurde, haben Trauernde mittlerweile mehrere Spendenkonten eingerichtet. Eines wurde von der Familie selbst eröffnet. Wie Santinos Onkel, Benedikt Küppers, berichtet, soll der kleine Junge am kommenden Freitag beigesetzt werden. Damit die Familie nicht auch noch in Geldsorgen gerate, wolle man Spenden für die Bestattung sammeln. Über Santino schreibt die Familie auf einer Internetseite: "Du bist unser Held, und dich gehen zu lassen, nicht mehr in den Arm schließen zu können, dein Lachen zu hören und zu sehen, lähmt uns vor Wut und Verzweiflung."

Dem ebenfalls verunglückten siebenjährigen Mädchen, eine Cousine Santinos, geht es nach Auskunft des Onkels etwas besser. "Sie liegt nicht mehr auf der Intensivstation, ist aber von dem schrecklichen Ereignis und wegen des Todes ihres Cousins noch sehr verstört", sagt er. Wie die Mutter des Mädchens im Internet berichtet, habe ihre Tochter "unendliche Schmerzen, weil ich ihr erklären musste, dass ihr geliebter Cousin sie gerettet hat und dabei sein eigenes Leben verloren hat". Ein Familienmitglied hatte auf Facebook gepostet, der Junge habe seine Cousine weggestoßen, damit sie nicht unter das Auto gerät. "Er hat sie geschubst, als das Auto auf sie zukam. Er hat ihr das Leben gerettet. Santino ist ein Held."

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Dass der Junge seine Cousine retten wollte, kann die Polizei noch nicht bestätigen. Sie hat gestern eine Ermittlungskommission eingerichtet. Unter anderem muss das Mädchen noch gehört werden. Das hatten die Ärzte im Krankenhaus nach dem Unfall in einen künstlichen Schlaf versetzt. "Das Mädchen ist jetzt aber wieder aufgewacht", sagt Polizeisprecherin Cornelia Weber. Der Gesundheitszustand des Kindes habe sich zum Glück stabilisiert. Das siebenjährige Mädchen war am vergangenen Donnerstag zusammen mit Santino spielen gegangen und befand sich gerade auf dem Nachhauseweg, als die beiden Kinder von einem Auto erfasst und schwer verletzt wurden. Nach Zeugenaussagen hatten der Junge und das Mädchen etwa zehn Minuten vor dem Unfall stationär "Pokemon Go" an einer sogenannten "Pokemon-Go-Arena" gespielt. Derzeit würden aber keine Erkenntnisse vorliegen, dass die Kinder auch zum Zeitpunkt des Unfalls mit ihren Smartphones beschäftigt waren. "Wir wissen bis jetzt nicht, ob sie die Handys überhaupt in der Hand hielten, als sie von dem Wagen erfasst wurden", sagt Polizeisprecherin Cornelia Weber.

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Der Link zur Internetseite für Santino mit dem Spendenaufruf wurde gestern bereits etliche Male geteilt. Viele leiden mit den Angehörigen. Eine Mittrauernde postete sogar eine Videobotschaft.

Nähere Informationen dazu gibt es unter "http://www.licht-fuer-sunny.beplaced.net/".

Quelle: RP