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Mönchengladbach
Großer Neubau gegenüber Minto geplant

Mönchengladbach: Das Minto von oben
Mönchengladbach: Das Minto von oben FOTO: Theo Titz
Mönchengladbach. Die Unternehmensgruppe Sahle Wohnen hat zwei weitere Wohn- und Geschäftshäuser in der Innenstadt gekauft. Nun gehört ihr ein größerer zusammenhängender Komplex. Der soll abgerissen werden - aber erst in einigen Jahren. Von Jan Schnettler

Im Frankfurter Europaviertel, auf dem Areal des früheren Güterbahnhofs, bringt die Unternehmensgruppe Sahle Wohnen derzeit ihre Helenenhöfe an den Start. Ein "gutes Beispiel für eine Stadtplanung, die von Anfang an auf eine gute soziale Durchmischung abzielt", so zitiert die "Frankfurter Neue Presse" Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz.

Hunderte öffentlich geförderte Wohnungen für Ein- bis Vier-Personenhaushalte umfasst das Neubauprojekt, die Grundmiete in einer barrierefreien Seniorenwohnanlage liege beispielsweise bei 5,50 Euro je Quadratmeter, teilt Sahle mit. Grundlage sind städtebauliche Verträge, über die ein Anteil von 30 Prozent an gefördertem Wohnraum vereinbart wurde; mit Fördermitteln in Millionenhöhe ist die Stadt Frankfurt dabei.

Mönchengladbach: Das Minto bei Nacht FOTO: Theo Titz

Nun will die Unternehmensgruppe aus Greven im Münsterland auch in Mönchengladbach zuschlagen. Sie hat zum Jahreswechsel die Wohn- und Geschäftshäuser Hindenburgstraße 88 sowie Lambertsstraße 9 gekauft. Nicht zufällig. Denn bereits zum 15. Januar 2015 hatte Sahle das direkt danebenliegende Wohn- und Geschäftshaus Hindenburgstraße 90-92 erworben. Damit gehört den Grevenern nun ein zusammenhängendes Areal in 1a-Lage direkt gegenüber dem Minto-Haupteingang. Und das soll mittelfristig weggebaggert werden. "Zur Revitalisierung plant Sahle Wohnen einen grundstücksübergreifenden Neubau", heißt es.

Der wird allerdings noch etwas auf sich warten lassen. In "Abhängigkeit von der Gesamtentwicklung des Standortes rund um das Minto" werde man langfristig ein neues Nutzungskonzept für beide Objekte erarbeiten. Und solange werden freie Wohn- und Büroflächen zwischenvermietet, für "mindestens drei Jahre". Doch mit der Entscheidung pro Neubau ist Sahle immerhin schon einen wichtigen Schritt weiter als vergangenes Jahr, als Umbau und Abriss noch als gleichwertige Optionen gesehen worden waren.

Das neu erworbene Grundstück umfasst 865 Quadratmeter. Das Erdgeschoss an der Hindenburgstraße 88 wird gewerblich genutzt (Christ, Camp David), in den Obergeschossen sowie im rückwärtigen Gebäudeteil befinden sich 21 Wohnungen mit Größen von 43 bis 73 Quadratmetern. Das bereits im vergangenen Jahr erworbene Grundstück ist 1644 Quadratmeter groß und umfasst zwei Baukörper: ein Wohn-, Büro- und Geschäftshaus mit drei Ladenlokalen im Erdgeschoss (unter anderem Casa Bea), die zur Hindenburgstraße ausgerichtet sind, sowie zwei Wohngebäude, die von der Lambertsstraße aus zugänglich sind. An der Hindenburgstraße befinden sich im ersten bis dritten Obergeschoss Büroflächen, im vierten Obergeschoss drei Wohnungen mit Dachterrasse. Insgesamt zählen 18 Wohnungen sowie 18 Stellplätze/Garagen zu dem Gebäudekomplex. Die Gesamtfläche der Gebäude mit rund 3340 Quadratmetern unterteilt sich in rund 570 Quadratmeter Handels-, circa 1120 Quadratmeter Büro- sowie 1430 Quadratmeter Wohnfläche.

Das Erdgeschoss an der Hindenburgstraße 88 wird gewerblich genutzt (Christ, Camp David), in den Obergeschossen sowie im rückwärtigen Gebäudeteil befinden sich 21 Wohnungen mit Größen von 43 bis 73 Quadratmetern. FOTO: Sahle Wohnen

Sahle entstand 1963 in Greven aus einer Schuhfabrik heraus. Das Wohnungsunternehmen ist im öffentlich geförderten sowie im frei finanzierten Wohnungsbau in bundesweit 50 Städten aktiv. Seit 2010 interessiert man sich auch für Gewerbeimmobilien in zentralen Innenstadtlagen. Den größten Schwerpunkt bilden aber auch weiterhin Wohnanlagen in den Zentren Nordrhein-Westfalens, zu denen man mittlerweile offenbar auch Gladbach zählt. Bundesweit gehören dem mittelständischen Unternehmen rund 24.000 Wohnungen.

Eine eigene gemeinnützige Tochtergesellschaft des Unternehmens, in deren Beirat unter anderem die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth sitzt, kümmert sich um soziale Belange der Mieter und der Nachbarschaften. Etwa in einem 23-stöckigen Wohnhochhaus in Köln-Chorweiler, für das es sogar eine Warteliste gibt.

Quelle: RP
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