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Mönchengladbach
Grüne finden Planungen für Kita-Ausbau unzureichend

Mönchengladbach. Fraktionssprecher Karl Sasserath will die Stadt und ihre Töchter in die Verantwortung nehmen. Von Simone Krakau

In Mönchengladbach fehlen zahlreiche Kita-Plätze. Die Grünen sagen: Die Planungen für den Kita-Ausbau sind mehr als unzureichend. Über ihren Antrag wird der Rat am 21. März entscheiden. Nur 87,2 Prozent der über drei Jahre alten Kinder erhalten zu Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August einen Kita-Platz - die übrigen 12,8 Prozent sind hunderte Eltern, die ihr Kind in diesem Jahr nicht unterbringen können. Zwischen 2016 und 2018 sank die Versorgungsquote für diese Altersgruppe von 95,7 Prozent auf aktuell 87,2.

Für Kinder unter drei Jahren sieht es nicht anders aus. Auch hier gehen die Versorgungsquoten in den letzten Jahren deutlich nach unten: von 38 Prozent im Jahr 2016 auf aktuell 33,1. 49,7 Prozent der Familien für dieses Alterssegment brauchen allerdings einen Kita-Platz. "Die derzeitige Kita-Situation ist eine Katastrophe", sagt Gerd Brenner, jugendpolitischer Sprecher der Fraktion. Bereits im letzten Jahr sei die Situation angespannt gewesen. "Ihr Kind nicht in einer Kita unterbringen zu können ist für Eltern ein schwerwiegendes Problem", so Brenner. "Die ganze Lebensplanung muss umgestellt werden."

Im Vergleich zum Umland stehe Gladbach besonders schlecht dar. In Schwalmtal sei die Versorgungsquote für Kinder unter und über drei Jahren annähernd bei 100 Prozent. Für Mönchengladbach ergebe sich ein offensichtlicher Standortnachteil, so Brenner. "Junge Familien betrachten die infrastrukturelle Versorgung, und ihnen wird sofort auffallen, dass Mönchengladbach einen Mangel aufweist."

Schuld an diesem Mangel trage nach Ansicht der Grünen auch die Stadt. Denn viel zu lange hätten sie darauf gesetzt, dass der Markt alles regeln würde, indem sie die Investorenverantwortung beinahe vollständig an Dritte abgab. Die Grünen sprechen sich nun dafür aus, dass die Verwaltung für den Bereich der Kindergartenbedarfsplanung ein Ausbauprogramm auflegt und durch eigene Bauvorhaben über städtische Töchter wie die Kreisbau AG, die GWSG oder die EWMG den notwendigen Bedarf mit Kitaplätzen sicherstellt. "Die Stadt verfügt über die richtigen Instrumente zur Problemlösung", sagt Fraktionssprecher Karl Sasserath. "Sie sollte diese nutzen. So kann die Stadt viel freier und schneller agieren." Laut Antrag solle die EWMG beauftragt werden, die nötigen Grundstücke zur Verfügung zu stellen, die Erstellung der Kita-Gebäude erfolge dann durch die EWMG und die Wohnungsbaugesellschaften GWSG und Kreisbau AG.

Quelle: RP
 
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