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Mönchengladbach
Gymnasien planen Rückkehr zu G9

Mönchengladbach: Gymnasien planen Rückkehr zu G9
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Mönchengladbach. In der Stadt gibt es eine überwältigende Mehrheit für die Abschaffung des "Turbo-Abis". Wie Schulleiter berichten, wünschen sich Eltern weniger Stress für ihre Kinder. Lehrer hoffen, dass sie Unterrichtsstoff wieder vertiefen können. Von Gabi Peters und Markus Plüm

Adieu, Abitur nach acht Jahren Gymnasium! In Mönchengladbach wird wohl flächendeckend wieder G9 eingeführt. Die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit findet offenbar eine überwältigende Mehrheit. Und wenn es auch noch keine rechtsverbindliche Entscheidung gibt (die muss die Schulkonferenz im neuen Schuljahr treffen), teilen viele Gymnasien den Eltern der neuen Fünftklässler jetzt schon mit: "Ihr Kind wird bei uns neun Jahre Zeit bis zum Abitur haben."

Damit entspreche man auch dem Wunsch vieler Eltern, sagt Kai-Uwe Dahm, stellvertretender Leiter des Franz-Meyers-Gymnasiums. Eltern von G8-Schülern hätten oft beklagt, dass ihre Kinder von morgens bis abends nur noch für die Schule arbeiten würden. Auch viele Lehrer begrüßen die Abschaffung des Turbo-Abis. "Wir hoffen, dass wir jetzt wieder Zeit haben, den Lehrstoff mehr zu vertiefen", sagt Dahm. Das ginge aber nur, wenn den Schulen nicht zusätzlicher Unterrichtsstoff aufgedrückt werde.

"Wenn bei uns jetzt abgestimmt würde, dann wäre der Beschluss einstimmig." Da ist sich Christian Dern, Leiter des Gymnasiums am Geroweiher sicher. Er hat keinen Zweifel daran, dass an seinem Gymnasium wieder G9 eingeführt wird. Um mangelnde Raumkapazitäten macht er sich noch keine Gedanken. "Das könnte erst in sechs Jahren ein Problem werden." So sieht das auch Schuldezernent Gert Fischer. "Wir hatten G9 schon mit mehr Schülern, da hat es gepasst. Warum soll jetzt G9 mit weniger Schülern nicht passen?" Aber natürlich müsse man die Raumreserven im Blick haben und rechtzeitig planen. Dass es noch ein G8-Angebot in Mönchengladbachgeben wird, ist eher unwahrscheinlich - auch an der Bischöflichen Marienschule rechnet niemand damit. "Es gibt in unserer Schulkonferenz momentan nicht den Ansatz einer Mehrheit für G8", berichtet Schulleiterin Angela Göbel. Daher werde man, sobald das Gesetz von der neuen Landesregierung festgezurrt wurde, wohl zur "alten" Schulform zurückkehren. "G8 wurde politisch kaputt gemacht, das war nicht vernünftig vorbereitet. Die Rückkehr zu G9 muss dies daher leisten. Und in die Debatte muss nun endlich Ruhe einkehren."

Ähnlich äußert sich Ingrid Habrich, Schulleiterin des Math.-Nat.-Gymnasiums. "Ich kann klipp und klar sagen, dass unsere derzeitige Schulkonferenz G8 ablehnt. Was die neue im kommenden Jahr entscheidet, wird sich dann zeigen. Aber die Rückkehr zu G9 muss jetzt eine Leitentscheidung sein, die für sehr lange Zeit Bestand hat."

Peter Hoffmann, stellvertretender Schulleiter am Stiftischen Humanistischen Gymnasium, berichtet ebenfalls von einer überwältigenden internen Mehrheit für eine Rückkehr zu G9. "Sowohl im Kollegium als auch bei den Eltern sprechen sich beinahe alle dafür aus, zum Abitur nach 13 Jahren zurückzukehren." Unter G8 sei der Leistungsdruck deutlich höher gewesen. Auch am Gymnasium Odenkirchen wird man die Eltern, die im kommenden Jahr ihre Kinder dort anmelden wollen, seelisch auf die Rückkehr zu G9 vorbereiten. "Wir werden denjenigen, deren Kinder nun in die fünfte Klasse kommen, sagen, dass zum sechsten Schuljahr der Umstieg erfolgen wird", sagt Schulleiter Bernhard Spaniol.

Und Christina Piepers, Leiterin des Gymnasiums Rheindahlen, berichtet: "Bei einer hypothetischen Abstimmung unserer Schulkonferenz war niemand bereit, einen Antrag auf einen Verbleib bei G8 zu stellen." G8 sei ein Fehler gewesen, da damals wirtschaftliche Gründe die politische Entscheidung zu sehr gelenkt hätten.

Quelle: RP
 
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