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Mönchengladbach
Händler wollen schneller als Amazon sein

Mönchengladbach. Dank des Minto erwarten die Geschäfte das beste Vorweihnachtsgeschäft seit vielen Jahren. Der Kaufhof testet einen neuen Service: Einkäufe werden am selben Tag nach Hause gebracht. Andere Geschäfte werden bald nachziehen. Von Ralf Jüngermann

Der Gladbacher Einzelhandel will Online-Händler wie Amazon mit deren eigenen Mitteln schlagen. Wer in der Galeria Kaufhof für mindestens 49 Euro einkauft, kann sich die Ware innerhalb Mönchengladbachs ab sofort nach Hause bringen lassen - kostenlos und noch am selben Tag, sofern er bis 18 Uhr an der Kaufhof-Kasse war. Geliefert wird zwischen 19 und 22 Uhr. "Damit haben die Kunden beide Vorteile: Sie können sich die Waren im Original anschauen und in Ruhe auswählen, müssen sie aber nicht selbst transportieren", sagt Kaufhof-Geschäftsführer Steffen Siewert. Er bietet diesen Service in Kooperation mit dem Rheinisch-Bergischen Zeitungsvertrieb (RBZV) an. Was sich die Kunden in diesem Wert liefern lassen, spielt keine Rolle. "Das müssen keine sperrigen Gegenstände, sondern können theoretisch auch Bleistifte sein", erläutert der Kaufhof-Chef. "Same day delivery" nennen die Fachleute das Prinzip. Für Stefan Wimmers, den Vorsitzenden des City-Managements, ist klar: "Das wird schon in ein paar Jahren eine völlige Selbstverständlichkeit sein. Die Frage ist nicht, ob man das will, sondern wie schnell man es umgesetzt bekommt", so Wimmers. Eduard Felzen, Geschäftsführer von Saturn, hält die schnelle Lieferung für "eines der ganz großen Themen des Handels". Saturn hat gute Erfahrungen mit dem Thema gemacht und will den Service ausbauen. Für Minto-Center-Managerin Jessica Queisser ist das Liefern von Waren eines der wichtigen Themen. "Wir sind ein Vier-Sterne-Center. Unser selbst gesetzter hoher Anspruch ist: Wir wollen unseren Kunden Service bieten, wie sie ihn anderswo nicht bekommen", so Queisser.

Alle Händler sind gespannt, was heute in der Innenstadt los sein wird. Es ist der erste Adventssamstag seit Eröffnung des Mintos, und das bei vorausgesagtem Sonnenschein. "Wir sind voller gespannter Erwartung", sagt Felzen für den Saturn. Und die Center-Managerin des Minto rechnet mit einem richtig vollen Shopping-Center: "Das Weihnachtsgeld ist da. Wir sind personell darauf eingerichtet, auch bei sehr vielen Besuchern guten Service bieten zu können", sagt Queisser. Stefan Wimmers freut sich schon Wochen über den Betrieb rund um die Hindenburgstraße. Es sei schon an den vergangenen Wochenenden ungewöhnlich voll gewesen - und das bei entspannter Stimmung. "Ohne die Baustelle ist die ganze Einkaufsatmosphäre deutlich ruhiger geworden", sagt er.

Auf das erste Weihnachtsgeschäft mit Minto schauen nicht nur die Händler im Shopping-Center mit Vorfreude. Auch im Kaufhof hat man sich auf mehr Kunden eingestellt als in den Vorjahren. "Wegen des Minto haben wir schon in den vergangenen Monaten eine spürbar höhere Frequenz auf der Hindenburgstraße gehabt", sagt Geschäftsführer Steffen Siewert.

Entscheidend wird sein, wie viele Menschen aus dem Kreis Viersen und dem Kreis Heinsberg ihre Weihnachtsgeschenke in Gladbach kaufen wollen. Die Marktanalysen der Minto-Betreiber zeigen: Bisher ist die Abschöpfungsquote im näheren Umkreis hoch. Kunden, die eine halbe Stunde oder länger nach Gladbach fahren müssen, kommen noch nicht im erhofften Maße. Das kann sich im Weihnachtsgeschäft ändern. Zumal das Minto bei der Weihnachtsdeko ordentlich hingelangt hat. Vergleichbares im Umfang gab es in der Region noch nie zu sehen.

Quelle: RP
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