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Mönchengladbach
Händler zeigt Staatsanwaltschaft an

Überblick: Diese Waren klauen die Deutschen
Überblick: Diese Waren klauen die Deutschen FOTO: gms
Mönchengladbach. Geschäftsleuten in Rheydt platzt der Kragen. Ständig werden sie von einem Seriendieb bestohlen. 55-mal wurde der Täter schon erwischt, trotzdem ist er noch auf freiem Fuß. 19 Monate geht das nun schon so. Jetzt reicht's vielen Händlern. Von Gabi Peters

Roland Beeten vom gleichnamigen Textilhaus hat Strafanzeige gestellt: unter anderem wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Diebstahl und wegen vorsätzlicher Strafvereitlung im Amt. Beschuldigt wird - die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Roland Beeten wirft der Behörde vor, dass sie die nunmehr 19 Monate andauernde Diebstahlserie eines Mannes toleriert, ohne tätig zu werden.

Der Inhaber des Textilhauses ist nicht der einzige Geschäftsmann, dem langsam der Kragen platzt. Der Seriendieb, ein 31-Jähriger, geht seit mehr als anderthalb Jahren in Rheydter Läden auf Beutezug. Es gibt kaum ein Geschäft, in dem der Mann kein Hausverbot hat. Den Seriendieb schert offenbar gar nichts. Er stiehlt und stiehlt und stiehlt. Bis zum 10. August wurden bereits 55 Strafanzeigen gegen den 31-Jährigen gestellt. "Wahrscheinlich hat er noch viel mehr geklaut", sagt Roland Beeten. Trotzdem befindet sich der Seriendieb immer noch auf freiem Fuß. "Die Staatsanwaltschaft verletzt fortwährend ihre Amtspflicht und unternimmt nichts, um die Geschäftsinhaber und deren Eigentum vor diesem Serientäter zu schützen", sagt Beeten. Er hat den 31-Jährigen erst am Donnerstag auf frischer Tat ertappt. Diesmal im Rewe-Markt an der Hauptstraße. Auch dort hat sich der 31-Jährige schon häufig bedient, ohne zu zahlen. Auch von Rewe wurde der Mann schon mehrfach mit Hausverboten belegt.

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Im traditionsreichen Textilhaus Beeten stahl der Seriendieb im vergangenen Sommer zwei Hemden. Roland Beeten hätte sich den 31-Jährigen gerne geschnappt, aber er konnte wegen schweren Knieoperationen nicht folgen. Der Geschäftsmann erstattete Anzeige. Aber das Verfahren sei eingestellt worden. "Das verstehe ich ja noch. Aber nach so vielen Diebstählen hätte doch längst irgendetwas passieren müssen. Der Mann gehört ins Gefängnis oder in psychologische Verwahrung", findet Beeten. Und er steht nicht alleine da. Auch das Center-Management der Shopping-Galerie in Rheydt hat sich jetzt bei der Generalstaatsanwaltschaft beschwert: "Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach in Form von Untätigkeit die Diebstahlserie des Herrn ... toleriert und unterstützt und vor das Grundrecht auf Eigentum stellt", heißt es in einem Schreiben. Roland Beeten hat ebenfalls schon mehrfach Beschwerdebriefe geschrieben. Bislang ohne gewünschten Erfolg. "Fast jeden Tag sehe ich den Seriendieb mit gestohlenen Sachen durch die Rheydter City laufen", sagt er. Und er ist sich sicher: So wird das weitergehen. "Bei der Polizei hat der Mann selbst angegeben, dass er mit den Diebstählen seinen Lebensunterhalt bestreitet", berichtet Beeten.

Staatsanwältin Claudia Hensen kann den Unmut der Geschäftsleute gut verstehen und auch, dass Polizisten sich manchmal in einer misslichen Lage befinden, wenn sie täglich immer wieder dieselben Täter herausfischen müssen, "aber es gibt hohe Auflagen, um jemanden in Haft zu stecken. Da müssen ganz bestimmte Haftgründe erfüllt sein", sagt sie. Der 31-Jährige sei aber schon wegen vieler Delikte angeklagt und müsse sich demnächst vor Gericht verantworten. Claudia Hensen: "Wir arbeiten daran, dass der Prozess so schnell wie möglich terminiert wird."

Geschäftsmann Roland Beeten vom Textilhaus Beeten wirft der Staatsanwaltschaft vor, dass sie nichts gegen den Seriendieb unternimmt, der seit 19 Monaten immer wieder in Rheydter Geschäften stiehlt. FOTO: Ilgner/Busch
Quelle: RP
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