| 08.34 Uhr

Mönchengladbach
Haftstrafe für Betreiber der Diskothek "Prada"

Mönchengladbach. In den Räumlichkeiten, in denen die Hells Angels zwei Partys feierten, wurden Amphetamine im großen Stil verkauft. Von Gabi Peters

Wegen unerlaubten Drogenhandels beziehungsweise wegen der Beihilfe sind die beiden Geschäftsführer der mittlerweile geschlossenen Diskothek "Prada" in Rheydt verurteilt worden. P. (27) erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten. A. (42) wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das bestätigte der Sprecher des Landgerichts Mönchengladbach, Raimond Röttger, unserer Redaktion.

Die Diskothek "Prada" an der Bonnenbroicher Straße war vor allem in die Schlagzeilen geraten, weil die Mönchengladbacher Hells Angels in den Räumen zwei große Partys feierten. Zur letzten hatten die Rocker Rotlichtkönig Bert Wollersheim eingeladen. Damals hieß die Diskothek noch "Kabelwerk" und war gerade frisch saniert worden. Unter anderem waren dort teure Brandschutzarbeiten erledigt worden, ohne die es keine Genehmigung für die Party gegeben hätte.

Wie Gerichtssprecher Röttger berichtet, waren die Diskothekenbetreiber mit ihren Betriebskonzepten nicht besonders erfolgreich. Weder die Techno-Veranstaltungen im "Kabelwerk" noch die massentauglicheren Veranstaltungen mit DJs, Livemusik und Showsternchen (die Neueröffnung wurde mit TV-Model Gina-Lisa Lohfink gefeiert) sollen genug Einnahmen gebracht haben. Wie aus den Gerichtsakten hervorgeht, hatten sich bei P. Schulden in Höhe von 150.000 Euro angehäuft. Womöglich entschlossen sich die beiden daher, in der Disco Amphetamine herzustellen und zu verkaufen. Im Mai vergangenen Jahres soll A. zwei Liter Amphetamin-Öl bei einem holländischen Lieferanten bestellt haben. "Von da an wurde in relativ kurzen Abständen weiterer Grundstoff besorgt, um daraus Amphetamine herzustellen", berichtet Röttger. Bis zu ihrer Festnahme sollen die beiden mindestens acht Liter Amphetamin-Öl mit unterschiedlichem Wirkstoffgehalt (bis zu 20 Prozent) besorgt, zum Teil weiterverarbeitet und verkauft haben.

Im Mai 2016 waren bei der Polizei die ersten Hinweise auf einen möglichen Drogenverkauf in der Disco "Prada" eingegangen. Die Ermittlungen begannen und führten im Oktober schließlich zu einer Durchsuchung der Partyräume, bei der die Polizei 1,3 Liter Amphetamin-Öl fand und sicherstellte. Die Betreiber kamen in Untersuchungshaft.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Haftstrafe für Betreiber der Diskothek "Prada"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.