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Mönchengladbach
Half Sohn Vater beim Heroinschmuggel?

Mönchengladbach. Seit gestern muss sich ein 20-jährige Bochumer vor dem Mönchengladbacher Jugendschöffengericht wegen Einfuhr von Drogen und Beihilfe zum Rauschgifthandel verantworten. Der Angeklagte soll im Mai und Juni 2015 insgesamt dreimal seinen Vater in die Niederlande gefahren haben. Der Vater soll sich dabei in Kerkrade Heroin beschafft haben. Laut Anklage soll das der Sohn gewusst und ihn dabei unterstützt haben. Doch am 11. Juni 2015 wurde das Fahrzeug von der Polizei angehalten. Vater und Sohn wurden in Heinsberg verhaftet. Die 90 Gramm Heroin, die der Vater in der Hosentasche gehabt haben soll, wurden in Gangelt sichergestellt. Von Ingrid Krüger

Den Vater, der in Haft ist, brachten gestern Wachtmeister in den Gerichtssaal. Für den Mann war der Zeugenauftritt schnell zu Ende, denn er weigerte sich, zur Sache auszusagen. Für seinen Sohn auf der Anklagebank hatte er keinen Blick übrig. "Ich bin 20 Jahre alt", begann der Angeklagte seine Verteidigung. Vom Drogenschmuggel des Vaters habe er keine Ahnung. Der Vater habe ihn "benutzt".

Er lebe im Haushalt der Mutter, aber die Eltern seien seit Jahren getrennt. Kontakt zwischen ihm und dem Vater gebe es in der Tat. Der Vater habe jedes Mal die Mutter angerufen und gefragt, ob der Sohn ihn fahren könne. Er benötige Ersatzteile in der Autowerkstatt, in der er arbeite.

"Auch zum Arzt habe ich den Vater manchmal gefahren", ergänzte der Angeklagte. Dass die Beschaffungsfahrt in die Niederlande ging, habe er der Mutter nicht gesagt, so der junge Mann. "Ich fuhr nach Kerkrade, habe geparkt. Der Vater stieg aus und verschwand um die Ecke. Nach ein paar Minuten kam er dann zurück", erinnerte sich der 20-Jährige. Doch das Gericht glaubt nicht an die Version des Angeklagten. Er solle ein Geständnis ablegen, forderte der Vorsitzende des Jugendschöffengerichts. Doch der Sohn blieb dabei: "Ich hatte keine Ahnung, dass da Drogen im Spiel waren". Aber bei der Polizei hatte der junge Mann nichts von den Werkstatt-Fahrten gesagt, erklärte gestern ein Polizeibeamter. Er habe auf einem kleinen Parkplatz eine Zigarette geraucht, als der Vater abwesend gewesen sei, so der Sohn.

Übrigens war das Telefon des Vaters damals seitens der Polizei bereits überwacht worden. Diese Überwachung wurde im Gerichtssaal abgespielt. Das Gericht zweifelt noch immer an der Aussage des 20-Jährigen. Der Prozess wird Anfang Oktober fortgesetzt.

Quelle: RP
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