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Mönchengladbach
Hauptschule Kirschhecke kritisiert SPD-Pläne scharf

Mönchengladbach. Der Lehrerrat wirft den Politikern vor, die Schließung der Schule zu lancieren. Das zeige die geringe Wertschätzung des Systems Hauptschule. Von Gabi Peters

In der Debatte um den Schulentwicklungsplan melden sich jetzt die Lehrer der Gemeinschaftshauptschule Kirschhecke zu Wort. Sie sind entsetzt über die Veröffentlichungen der SPD, die im Rahmen der Schulentwicklung vorgeschlagen hat, die Hauptschule Kirschhecke zugunsten einer neuen Gesamtschule auslaufen zu lassen. "Wir finden es unverantwortlich und sehr fragwürdig aus einem politischen Kalkül heraus die Schließung der Schule zu lancieren und Eltern- und Lehrerschaft zu verunsichern", schreibt der Lehrerrat in einer Stellungnahme. Und: "Dass die Errichtung einer neuen vierzügigen Gesamtschule in den Gebäuden der Hauptschule Kirschhecke schon aus räumlichen Gründen nicht möglich ist, ist auch der SPD klar. Warum sprechen die Politiker nicht offen aus, welche Ziele sie verfolgen?"

Unabhängig davon, ob man für oder gegen den Erhalt der Hauptschulen in Mönchengladbach ist, offenbare schon die Stellungnahme der Gesamtschulleiter vom September dieses Jahres, welch trauriger Stellenwert und welche Funktion den Hauptschulen zugeschrieben werde, wenn dort zur Schließung weiterer Hauptschulen geschrieben wird: "Dies birgt die Gefahr, die Heterogenität des Gesamtschulsystems in Mönchengladbach empfindlich zu schwächen und damit den Erfolg der gesamtschulischen Arbeit zu torpedieren." Wenn es die wichtigste Aufgabe der Hauptschulen sei, abgestufte Schüler aufzufangen, um " ...die aktuell gegebene Heterogenität der Gesamtschulschülerschaft auch für die Zukunft zu sichern", dann habe man nicht verstanden, welch wichtige Aufgabe ihnen wirklich zukommt. Das Kollegium der Hauptschule Kirschhecke findet, dass dies "die geringe Wertschätzung in unserem Schulsystem erklärt, unter der nicht zuletzt unsere Schüler und Schülerinnen zu leiden haben".

Weiter heißt es in der Stellungnahme des Lehrerats: "Wir sind der Meinung, dass an unserer wie auch an anderen Hauptschulen eine sehr gute Arbeit mit einer nicht immer einfach zu händelnden Schülerschaft geleistet wird. Durch ein solches Vorgehen wie das der SPD Mönchengladbach, auch wenn nur als Vorschlag definiert, wird indirekt immer auch der Ruf einer Schule infrage gestellt." Eltern würden ihre Kinder nicht an einer Schule anmelden wollen, die eventuell zur Schließung ansteht. In den Augen der Lehrer an der Hauptschule Kirschhecke "ist das keine fundierte Schulentwicklung, sondern parteipolitisches Gezänk auf Kosten von Schülern, Eltern und Mitarbeitern".

Wenn die SPD zudem behaupte, sie sei mit den betroffenen Schulen im Gespräch, entspreche "das schlichtweg nicht der Wahrheit", sagen die Lehrer. Die Kolleginnen und Kollegen sowie auch die Elternschaft der Kirschhecke hätten erst durch Presseveröffentlichungen vom Plan der SPD erfahren, die Schule zu schließen.

Quelle: RP
 
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