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Mönchengladbach
Heidi, Peter und McGee

Mönchengladbach: Heidi, Peter und McGee
Die Geschwister Heidi und Peter sind gestern zusammen mit ihrem Nachbarn, dem Eber McGee, in ihr neues Gehege im Odenkirchener Tierpark eingezogen.Dort fühlen sie sich bereits sauwohl. RP-Foto: HPR FOTO: Reichartz Hans-Peter
Mönchengladbach. Drei Kunekune-Schweine sind die neuen Stars im Odenkirchener Tierpark. Die neuseeländische Schweinerasse ist in deutschen Zoos eine Rarität. Ein kleiner Waldweg führt rund um das neue Gehege und bis in den Stall der drei Tiere. Von Christian Lingen

McGee ist ein echtes Schwein. Gerade einmal einen Fuß aus dem Stall gesetzt, rennt er auch schon sofort zur Tränke und genehmigt sich einen kräftigen Schluck. Seine Nachbarn, die Geschwister Heidi und Peter, stehen ihm da in nichts nach. Nur ist ihr Begehren kein erfrischendes Getränk, sondern ein Eimer voller Futter. Die drei Kunekune-Schweine sind die neuen Stars des Odenkirchener Tierparks. Gestern sind sie in ihr frisch saniertes Gehege, in dem früher die Wildschweine hausten, eingezogen. Zur Eröffnungsparty kam das designierte Prinzenpaar Norbert Bude und Barbara Gersmann.

"Wir werden als Prinzenpaar Geld für den Tierpark sammeln. Solche Projekte wie dieses möchten wir gerne unterstützen", sagt Norbert Bude. Zwar sind die drei Schweine eigentlich ganz zahm, doch wenn es ums Futter geht, können sie auch schon einmal übereifrig sein. Barbara Gersmann hat das schon gemerkt. Sie wurde von einem der neuen tierischen Bewohner in den Finger gezwickt. Mit dem Einzug der Schweinerasse, die eigentlich aus Neuseeland stammt, geht der Tierpark einen neuen Weg. "Die Rasse ist in Deutschland noch relativ unbekannt. In deutschen Zoos sind sie eine Rarität", erzählt die Tiergartenleiterin Katrin Ernst. Richtig erforscht ist die Rasse auch nicht. So vermuten Wissenschaftler, dass die Tiere ursprünglich aus Asien stammen. Welche Funktion die beiden Hautausstülpungen am Hals haben, wissen die Zoologen auch noch nicht. Drüsen sind es jedenfalls nicht.

Die Wildschweine, die früher in dem Gehege lebten, hat der Tierpark abgegeben. "Das Gehege war zu klein. Wir hätten zwar anbauen können, aber artgerecht wäre es dann auch nicht gewesen. Die Kunekune passen hier besser rein", sagt Ernst. Der Asphalt, der derzeit noch im Gehege ist, soll gegen Gras ersetzt werden. Das mögen die Schweine nämlich besonders gerne.

McGee, Heidi und Peter lebten früher in den Niederlanden auf einem Bauernhof, der Aktionen für Jugendliche mit Behinderung anbietet. Das Gehege haben die Mitarbeiter des Tierparks in Eigenleistung umgebaut. Das sparte Geld. Hatte das alte Gehege noch hohe Zäune, ist die Mauer des neuen sehr niedrig. So können die Tiere leicht gestreichelt werden. "Wir möchten es den Besuchern ermöglichen. leichter Kontakt zu den Tieren zu haben", sagt Katrin Ernst.

Deshalb hat der Tierpark zum ersten Mal ein neues Konzept umgesetzt, das in den großen Zoos schon Standard ist. So führt ein kleiner Waldweg rings um das Gehege. Der Boden ist mit Rindenmulch ausgelegt, und Pflanzen sorgen für ein nettes Ambiente. Doch der Weg führt nicht um das Gehege herum, sondern auch direkt in den Stall der Kunekune-Schweine. Dort kann das Trio dann auch beobachtet werden, wenn es einmal nicht nach draußen möchte. Die Haltung der Rasse dient auch der Arterhaltung, denn von der Schweinerasse gibt es nur noch rund 900 Exemplare. Eber McGee und Sau Heidi sollen bald für Nachwuchs sorgen. Ihr Bruder Peter ist kastriert.

Als nächstes sollen übrigens Große Maras in den Tierpark einziehen und sich ein Gehege mit den beiden Alpakas "Obama" und "Kleiner Herr Schulze" teilen. Weil beide Tierarten aus Südamerika stammen, würden sie perfekt zueinander passen. "Es stehen auch einige Sanierungsarbeiten an. Die Meerschweinchen brauchen zum Beispiel eine neue Hütte. Für die Kaninchen möchten wir ein ganz neues Gehege bauen. An den Vogelvolieren müssen wir auch etwas machen", sagt Tiergartenleiterin Katrin Ernst. Die Modernisierung des Tierparks wird stetig voran getrieben.

Quelle: RP
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