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Mönchengladbach
Hell-Angels feiern wohl doch im Kabelwerk

SEK-Einsatz wegen Kutte bei Hells Angels
SEK-Einsatz wegen Kutte bei Hells Angels FOTO: Sascha Rixkens
Mönchengladbach. Das von den Rockern als "größte Party Mönchengladbachs" angekündigte Treffen kann offenbar doch in der Rheydter Diskothek stattfinden. Es fehlt zwar noch eine Konzession. Aber es gibt kaum Zweifel, dass dies eine Hürde sein wird. Von Gabi Peters

Am Samstag, 10. Oktober, wird es in Rheydt wohl ein Riesen-Polizeiaufgebot geben. Denn dann soll "Mönchengladbachs größte Party" steigen. Gastgeber sind die Hell Angels vom Charter MG-City. Die Feier wurde schon vor über einem Monat angekündigt. Doch zunächst sah es so aus, als würden Brandschutzauflagen die Party im vorgesehenen Veranstaltungsort, der Diskothek Kabelwerk, verhindern. Mittlerweile sind die Vorgaben jedoch erfüllt. Ein Stadtsprecher bestätigte am Donnerstag, dass die Nutzungserlaubnis für eine Veranstaltung in der Diskothek erteilt ist. Was fehle, sei allerdings noch eine Gastronomiekonzession. Dass die Hells Angels jemanden finden, der eine solche Konzession hat, daran zweifelt aber niemand.

Von der Polizei gibt es dazu wenig Auskünfte, außer: "Die Fakten sind uns bekannt." Auf Facebook rühren die Hells Angels kraftig die Werbetrommel für die, wie sie es nennen, Kennenlernparty. Denn eingeladen sind nicht nur Rocker, sondern auch Nachbarn, Sympathisanten und Neugierige. Für alle Frauen soll es Sekt aufs Haus geben. Überraschungen werden angekündigt. Und Shows – je mehr Gäste kommen, desto mehr Shows. Wie die Höllenengel mitteilten, werde die Party auf jeden Fall stattfinden– wenn nicht im Kabelwerk, dann an einem Alternativort. Das hatten sie zumindest behauptet, nachdem in der Öffentlichkeit bekannt wurde, dass es vorerst keine Erlaubnis für die Party in der Rheydter Disko gibt, die zurzeit geschlossen ist.

Hells Angels fahren durch Mönchengladbach FOTO: Detlef Ilgner

Nach dem Fall des Kuttenverbots hatten die Hells Angels mehrfach ihre Macht in Mönchengladbach demonstriert. Einer Ausfahrt mit ihren Totenkopf-Motorradjacken folgten mehrere Attacken im Rockermilieu. Ein Mitglied des Motorradclubs Gremium wurde verprügelt. Dann raubten die Angreifer ihm seine Kutte, was in der Szene als größte Demütigung zählt. Es folgten Anschläge mit Panzerfaust und Molotowcocktails auf Vereinsheime der verfeindeten Outlaws in Mönchengladbach und im Kreis Heinsberg. Die Polizei schließt nicht aus, dass in allen Fällen Hells Angels die Täter sind. Was dahinter steckt, weiß man nicht: Aber an den Vereinsheimen von Gremium und Outlaws in Mönchengladbach sind mittlerweile die Embleme der Clubs verschwunden.

Mönchengladbach: Schüsse auf Rocker-Geschäft FOTO: Theo Titz

Es ist noch nicht lange her, dass einer der führenden Köpfe der Hells Angels sich in Odenkirchen niederließ. Ramin Y., berühmt-berüchtigt, zog dort in ein Haus ein, auf dessen Fenstern gut sichtbar "81 HA MC" aufgeklebt ist. 81 steht für die Anfangsbuchstaben von Hells Angels, MC für Motorradclub. Er selbst legt Wert darauf, dass es sich um seine Privatwohnung handelt und nicht um ein Vereinsheim. Dennoch sollen sich die Rocker dort häufiger treffen. Ramin Y. war früher bei den Erzfeinden der Hells Angels, den Bandidos. Bevor er überlief, soll er sich an der Massenschlägerei der Rocker in der Mönchengladbach Altstadt beteiligt haben. Im Februar 2014 geriet der 27-Jährige unter Verdacht, einen Clubbruder, der als "Spitzel" galt und auch den Hells Angels angehörte, ermordet zu haben.

Fotos: Polizei kontrolliert Rocker in Mönchengladbach FOTO: Hans-Peter Reichartz

Auf seiner Facebookseite posiert Ramin Y. mit weiteren "Filthy-Few"-Rockern. Filthy Few steht für die "dreckigen Wenigen". Angeblich ist das der Titel für Rocker, die schon einmal gemordet haben. "Filthy Few" steht auch auf der Kutte von Ramin Y..

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