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Mönchengladbach
Herzpark setzt auf Prävention

Mönchengladbach. Im Rahmen der Herzwochen lädt der Herzpark Hardterwald für Donnerstag, 3. November, zu einem Infotag ein. Von Angela Rietdorf

Leider gebe es keine Studie, die den Zusammenhang zwischen Bildung und Sterblichkeit bei Herzkrankheiten belege, bedauert Peter Ascher von der Deutschen Herzstiftung. Also weiß man nicht genau, warum in Berlin so viel weniger Menschen am Herzinfarkt sterben als in Duisburg. Aber man kann vermuten, dass Aufklärung und Prävention eine große Rolle spielen. Deshalb ruft die Herzstiftung jedes Jahr im November bundesweit die Herzwochen aus. Der Herzpark Hardterwald als große Reha-Einrichtung hat in dazu ein vielseitiges Programm im Rahmen eines Infotages zusammengestellt.

In Vorträgen wird über die Zusammenhänge von Herz und Psyche informiert, es geht um Sporttherapie, den richtigen Blutdruck und Gefäßmedizin. Es gibt Übungen zur Wiederbelebung, zum Einsatz eines Defibrillators, Blutdruckmessung und Entspannungsübungen. "Wir wollen nicht nur die schon Erkrankten, sondern auch diejenigen mit einem Risikoprofil oder die Gesunden ansprechen", erklärt Professor Dr. Claus Weiss, Leitender Arzt für Prävention und Rehabilitation im Herzpark. Denn gerade bei der Herzgesundheit kann man vorbeugend viel tun. "Wir sind als Reha-Einrichtung geradezu prädestiniert, primäre Prävention zu betreiben", sagt Weiss. "Schließlich halten wir alles für die Sekundärprävention unserer Reha-Patienten vor." Bewegungsangebote beispielsweise. Bewegungsmangel und Übergewicht gehören zu den größten Risikofaktoren für Herzerkrankungen. "Bewegungstherapie bei den Reha-Patienten fängt im Kleinen an", sagt der Sportmediziner. "Da geht es oft ums Gehtraining." Das sei die erste Stufe des Herzsports. Ein bisschen sportlicher geht es dann schon noch. Bei der Primärprävention oder bei jüngeren Herzpatienten wird auf Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Schwimmen oder Wandern gesetzt.

Die Rolle der Reha-Kliniken hat sich in den letzten Jahren verändert. "Reha und Akutversorgung sind näher zusammen gerückt", erklärt der Ärztliche Direktor des Herzparks Prof. Georg Sabin. Die Patienten sind weniger lange im Krankenhaus und kommen eher in die Reha-Einrichtungen. Bei der Übergabe der Patienten spielt moderne Kommunikationstechnik eine immer größere Rolle. Per Videokonferenz werden die Infos über die Patienten ausgetauscht, die Rehaklinik kann problemlos auf alle medizinischen Daten zugreifen und das weitere Vorgehen mit den Krankenhausärzten diskutieren. "Die Elektronik wurde entsprechend aufgerüstet", sagt Sabin. Bald werde man auch in der Lage sein, die Hausärzte zuzuschalten und so das Entlassungsmanagement zu optimieren.

Am Tag der Offenen Tür am 3. November können sich Interessierte selbst ein Bild von den Einrichtungen des Herzparks machen. Der Herzpark Hardterwald öffnet dann zwischen 14 und 18 Uhr seine Türen. Die Vorträge finden zwischen 14.30 und 17.30 Uhr statt. Das genaue Programm gibt es unter www.herzpark-mg.de.

Quelle: RP
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