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Mönchengladbach
Hildie Davison ist Bildungspatin mit Herz

Mönchengladbach. Das neue Bildungspaten-Projekt des Caritasverbandes startet bald. Interessierte werden gesucht.

Die 70-jährige Hildie Davison und die 17 Jahre alte Lava Ismail haben ein gemeinsames großes Ziel: Im Sommer will die junge Syrerin ihren Hauptschulabschluss machen und danach eine Ausbildung zur Kosmetikerin beginnen. Auf dem Weg dorthin unterstützt Davison sie mit Übungen, Diktaten und Gesprächen dabei, noch besser Deutsch zu lernen und mit der deutschen Kultur und den Gepflogenheiten vertrauter zu werden. Die beiden waren schon im Kino, im Theater, in der Stadtbücherei oder im Phantasialand.

Seit gut zwei Jahren kümmert sich Davison als Bildungspatin um Lava. Das Freiwilligen-Zentrum des Caritasverbandes stellte damals den Kontakt her. "Wir haben uns von Anfang an gut verstanden", erzählt Hildie Davison. Ein paar Monate zuvor war Lava mit ihrer Familie auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg aus Syrien nach Mönchengladbach gekommen. Einen Nachmittag in der Woche verbringt die Bildungspatin bei der Familie Ismail, inzwischen übt sie auch mit Lavas jüngeren Geschwistern die deutsche Sprache. Die gesamte Familie ist ihr ans Herz gewachsen: "Jedes Mal, wenn ich dort gewesen bin und nach Hause fahre, fühle ich mich einfach glücklich", sagt Davison, die bis zu ihrem Ruhestand als Übersetzerin für Deutsch und Englisch arbeitete.

Im Rahmen des Bildungspatenprojekts unterstützen ehrenamtlich Engagierte wie Hildie Davison junge Menschen dabei, den passenden Beruf zu finden. Über einen Kontakt ihrer "Patin" hat Lava in der 9. Klasse bereits eine Praktikumsstelle erhalten. Sie arbeitete damals drei Wochen an der Rezeption eines IT-Unternehmens. Allerdings betont Davison, dass ihre Beziehung zu Lava und ihrer Familie keine Einbahnstraße ist: "Ich bekomme so viel zurück und lerne eine Menge - über Syrien und die Kultur, aber auch über das Lebensgefühl junger Menschen." Klar, dass sie längst auch per WhatsApp mit Lava kommuniziert.

Wenn das Bildungspatenprojekt bald in die nächste Runde geht, wird die 70-Jährige den neuen Paten von ihren Erfahrungen berichten. Dazu gehört auch, dass sie vor ihrem Einsatz in einer dreiteiligen Qualifikation geschult wurde und regelmäßig Kontakt zur Engagementberaterin Angela Mirbach vom Freiwilligen Zentrum des Caritasverbandes hat. Zudem tauschen sich die Bildungspaten untereinander aus.

Bereits zweimal hat das Freiwilligen-Zentrum das Bildungspaten-Projekt im Rahmen des Förderprogramms Soziale Stadt Rheydt durchgeführt. Insgesamt 23 Schüler nahmen daran teil, viele von ihnen hatten einen Migrationshintergrund. Aufgrund der guten Erfahrungen startet das Freiwilligen-Zentrums das Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadt Mönchengladbach jetzt erneut. "Die Paten können etwa die Motivation der Jugendlichen fördern und ihnen helfen, sich über verschiedene Berufe und Richtungen zu informieren", erläutert Regina Roick, Leiterin des Freiwilligen-Zentrums. Sie sollten ein offenes Ohr haben, den Kontakt zu den Lehrern halten oder auch mal einen Elternabend besuchen.

Wer sich als Bildungspate engagieren möchte, ist eingeladen zu einem Treffen am Mittwoch, 26. April, ab 18.30 Uhr in den Räumen des Quartiersbüros, Friedrich-Ebert-Straße 53 in Rheydt. Um Anmeldung beim Freiwilligen-Zentrum unter Telefon 02166-40207 wird gebeten. Unter dieser Telefonnummer können sich auch Schüler der Klassen 8-12, die mitmachen möchten, bzw. ihre Eltern informieren. Bedingung: Da das Projekt in Anlehnung an das Förderprogramm Soziale Stadt Rheydt durchgeführt wird, müssen die Jugendlichen in Rheydt wohnen oder hier zur Schule gehen.

Quelle: RP
 
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