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Mönchengladbach
Hitze: Sanitäter im Dauereinsatz

Hitze: Sanitäter im Dauereinsatz
Sanitäter schieben einen Patienten in den Krankenwagen, der aufgrund der Hitze kollabiert ist. FOTO: dpa
Mönchengladbach. Bei hohen Temperaturen von bis zu 39,5 Grad wurden vermehrt Herz- und Kreislaufprobleme gemeldet. Alleine am Samstag musste die Feuerwehr 70 Einsätze in nur sieben Stunden fahren. Heute soll es noch einmal heiß werden. Von Laura Schameitat und Kilian Tress

Schwüle Luft, kein bisschen Wind und vor allem: enorme Hitze. Die vergangene Woche wird den Gladbachern in Erinnerung bleiben. Erlebt die Stadt eine derart lange andauernde Hitzewelle doch eher selten. In der Spitze wurden am Samstag 39,5 Grad gemessen.

Doch die Hitze bekommt nicht jedem. "Vor allem ältere Menschen vergessen das Trinken", sagt Dr. Karl-Heinz Konz, der im St. Franziskus-Krankenhaus an der Viersener Straße die Notaufnahme leitet. In der Folge kann es zu Herzattacken oder Kreislaufzusammenbrüchen kommen. Alleine am Samstag musste die Feuerwehr deshalb 70 Mal binnen sieben Stunden ausrücken - im Normalfall bewältigen die Mitarbeiter in dieser Zeit rund 25 Einsätze.

"Aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens haben wir Hilfe von den ehrenamtlichen Rettungsdiensten von Deutschem Roten Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Maltesern und Johannitern angefordert", sagt Daniel Kleinen von der Feuerwehr. So waren im Stadtgebiet zeitweise vier zusätzliche Wagen unterwegs. Auf dem Wagen des Roten Kreuzes fuhr unter anderem Kreisbereitschaftsleiter René Hartmann mit. "Herzinsuffizienzen, sowohl bei Menschen mit Vorerkrankung als auch bei Gesunden, kamen am Samstag häufig vor", berichtet Hartmann. Daneben seien es aber auch kleinere Verkehrs- und Haushaltsunfälle gewesen, die die Zahl der Einsätze steigen ließen. "Bei der Hitze lässt die Konzentration nach. Das kann sowohl im Straßenverkehr als auch im Haushalt zu Unfällen führen", so Hartmann. Glück für ihn und seine Kollegen: Die Rettungswagen sind mittlerweile alle mit einer Klimaanlage ausgestattet.

Auch in den Krankenhäusern kam es hitzebedingt zu mehr Behandlungen. "Wir hatten etwa zehn Prozent mehr Aufnahmen", sagt der Ärztliche Direktor des evangelischen Krankenhauses Bethesda, Andreas Tittel. Man habe sich jedoch früh genug auf die Situation vorbereiten können, so dass vor Ort jeder Patient schnellstmöglich versorgt werden konnte. Im Elisabeth-Krankenhaus gab es 35 hitzebedingte Aufnahmen seit Ende Juni. "Das ist eine deutliche Zunahme", sagt Ulrike Schäfer, Sprecherin der Klinik. Schwindel, Dehydrierung und Kreislaufkollaps seien die Hauptsymptome gewesen.

Für die kommenden Tage erwartet Andreas Tittel eine Entspannung der Lage in seiner Klinik. Regen und Gewitter sind trotz Temperaturen von bis zu 31 Grad schon heute laut Wetterbericht sehr wahrscheinlich. Mittwoch und Dienstag soll das Thermometer gerade mal die 20-Grad-Marke erreichen. Trotzdem warnt Tittel: "Sollte es sofort nach dem Regen wieder extrem warm werden, belasten die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit den Körper doppelt." Karl-Heinz Konz rät: "Nicht erst am Tag der Hitze mit dem Trinken anfangen, sondern einen Tag vorher."

Für das Sting-Konzert heute Abend im Sparkassenpark haben René Hartmann und seine Kollegen schon vorgesorgt. "Wir sind mit 30 bis 35 Kräften im Einsatz und halten sowohl für die Konzertgäste als auch für unsere Mitarbeiter genug Wasservorräte für den Notfall bereit", sagt der Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes.

Quelle: RP
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