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Mönchengladbach
Hochwasserschutz bleibt Daueraufgabe

Mönchengladbach. Für Starkregen und Hochwasser ist Mönchengladbach heute besser gerüstet als beim "Jahrhundertregen" 2008. Von Angela Rietdorf

Gelbe Punkte zeigen die Einsatzorte der Feuerwehr, rote Linien überlastete Abwasserkanäle. Von beidem wimmelt es auf der Darstellung, die Professor Dietmar Schitthelm, Vorstand des Niersverbandes, dem Bau- und Planungsausschuss präsentiert. Glücklicherweise stellt das bunte Gewimmel den Zustand von 2008 dar. Das war das Jahr, in dem gleich zweimal aufgrund von Stark-regen Land unter gemeldet wurde in Mönchengladbach. Seitdem hat sich viel getan.

Zwölf Stellen hat die NEW als Problembereiche in der Stadt identifiziert und die weitaus meisten konnten entschärft werden. Für Entspannung sorgt zum einen der Entlastungssammler Dahl-Hamer-Neuwerk. Er sorgt mit seinen 70.000 Kubikmetern Stauraum dafür, dass Bahnstraße, Brunnenstraße oder Hardterbroicher Straße so schnell nicht mehr unter Wasser stehen werden.

Der inzwischen renaturierte Bungtbach wird ebenfalls deutlich entlastet, weil im oberen Bereich der Brunnenstraße die Fließrichtung umgekehrt wurde und das Wasser jetzt nicht mehr Richtung Bungtbach fließt, sondern in den Sammler. Das Hochwasserrückhaltebecken in Geneicken geht in Bälde in Betrieb und stellt weiteren Stauraum zur Verfügung. Davon wird auch der Papierbach profitieren. Das Problem Talstraße besteht weiter. "Wir haben die Landwirte gebeten, quer zur Straße zu pflügen, aber das Problem als solches ist nicht gelöst", stellt Marx fest. An Hehner Straße und Roermonder Straße wird noch gebaut, aber ein Ende ist absehbar.

Dennoch können sich die Verantwortlichen nicht zurücklehnen. "Hochwasserschutz bleibt Daueraufgabe", betont Armin Marx von der NEW. Die nächsten Aufgaben warten schon. Zum Beispiel die Arbeiten am Rheydter Bach. Damit wird begonnen, sobald das Hochwasserrückhaltebecken fertiggestellt ist. "Vorher anzufangen wäre nicht sinnvoll gewesen", erklärt Marx.

Im Bresgespark soll die Niers großflächig umgestaltet werden, um "mehr Meter zu machen", wie Schitthelm es nennt. Der Niersverband konnte das Gelände kaufen. Die Niers soll sich in Zukunft wieder durch die Landschaft schlängeln. Die Zeiten der Begradigung sind vorbei. Zwei Wehre werden entfernt, das Ganze wird 4,65 Millionen Euro kosten. "Auch der Wald muss gerodet werden", erklärt der Vorstand des Niersverbandes. "Anschließend wird sich dort eine typische Auenlandschaft entwickeln." Der Baubeginn ist für 2018 vorgesehen.

Und schließlich soll auch der größtenteils als unterirdischer Kanal fließende Gladbach zumindest an einer Stelle eine neue Chance bekommen: Er soll dem Reme-Gelände Attraktivität verleihen, wenn dieses Gebiet bebaut wird.

Quelle: RP
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