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Mönchengladbach
Hörkino zaubert Bilder im Kopf

Mönchengladbach: Hörkino zaubert Bilder im Kopf
Die 75 Erstklässler der Grundschule Pesch waren begeistert vom Programm des Kabarettisten Erwin Grosche im grünen Anzug. Mit dabei waren auch die beiden Kuschelbären Johannes und Stachel. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Die Kindersendung "Bärenbude" von WDR 5 war gestern zu Gast an der Gemeinschaftsgrundschule Pesch. Von Angela Rietdorf

Kulturpessimisten können aufatmen: Auch in Zeiten medialer Reizüberflutung funktioniert das Puppentheater wie eh und je. Den Beweis traten jetzt die Kuschelbären der "Bärenbude" an, der Kindersendung von WDR 5. Sie waren angereist, um der Hörfunksendung ein Gesicht zu geben und die etwa 75 Erstklässler der Grundschule Pesch in ein altersgerechtes Mitmachprogramm einzubinden. Mit vollem Erfolg. Die Kinder ließen sich begeistert auf Fantasiereisen mitnehmen und in die Welt des Kinderradios entführen.

Die Grundschüler brauchten keine Aufwärmphase. Kaum stand beziehungsweise saß Kabarettist Erwin Grosche im grünen Anzug und mit Gitarre bewaffnet auf der Bühne, da gingen sie schon mit. Sie sangen und klatschten, winkten und antworteten. Grosche zauberte aus seinem alten Kastenradio die beiden Kuschelbären Johannes und Stachel, die Hauptpersonen der sonntäglichen Kindersendung "Bärenbude". Die beiden kuscheligen Handspielpuppen nahmen die Sechsjährigen mit auf Fantasiereise im Heißluftballon. Und die machten bereitwillig mit, legten sich nach rechts und links in die Kurve - sie flogen mit ihrer Vorstellungskraft.

Ganz unerwartet kam der Besuch der beiden Bären natürlich nicht, er war schon im Unterricht vorbereitet worden. Mit Hilfe der Materialien, die der WDR bereitgestellt hat, hatten die Erstklässler die "Bärenbude" bereits gründlich kennengelernt. "Sie haben großen Spaß daran, die Lieder mitzusingen", sagt Klassenlehrerin Inna Lampel. Mit dem Bärenlied beginnt auch ihre Kollegin Angelika Küpers den Teil des Unterrichts, der sich ums Hören dreht. "Die Kinder konzentrieren sich dann ganz auf das Hören ", erklärt sie. "Danach erzählen sie, was sie vor ihrem inneren Auge gesehen haben." Hörkino heißt das, und den Kindern gefällt es. "Natürlich müssen die Sequenzen kurz sein", sagt die Pädagogin.

Der WDR will mit seinem medienpädagogischen Projekt den Kindern nahebringen, was Radio ist. "Für viele Kinder ist Radio nur die Stimme, die die Musik im Autoradio unterbricht", sagt WDR-Pressesprecher Christian Wilczewski. "Wir wollen zeigen, wie man der Fantasie beim Radiohören freien Lauf lassen kann, aber auch für Sprache sensibilisieren." Die Leute vom Kinderradio wollen auch den Spaß an der Sprache und am passenden Ausdruck vermitteln. Wortwitz und Spiel mit der Sprache gehören dazu. Dafür hat der Sender ein umfangreiches Paket für die Schulen geschnürt: Arbeitshefte für die Kinder und die Pädagogen, Infobriefe für die Eltern, eine CD zum Mitsingen und Zuhören. Und zwei Teddybären - Johannes und Stachel eben.

Gelingt es so, die Kinder an das Medium Radio heranzuführen? "Na ja", sagt Wilczewski, "Radio ist ja nicht mehr der Kasten, der irgendwo steht. Die Grenzen weichen auf. Die Kinder kennen oft Internetradio, nur nennen sie es nicht immer so." Den Medienpädagogen geht es aber noch um mehr, als das Überleben des Radios zu sichern. "Wir wollen den Schülern, jüngeren wie älteren, vermitteln, wo Nachrichten herkommen und welchen Weg sie nehmen", sagt Wilczewski. Dafür gibt es noch verschiedene andere medienpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg durch die Schule.

Quelle: RP
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