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Mönchengladbach
HQ: Der letzte Soldat geht 2016

Mönchengladbach: HQ: Der letzte Soldat geht 2016
FOTO: Sgt. Paul Smythe
Mönchengladbach. Die britische Regierung veröffentlichte gestern ihre Abzugspläne. Demnach stehen der Großteil der Gebäude bereits 2014 leer, Teile der Infrastruktur werden aber noch zwei Jahre länger gebraucht. 1000 Zivilisten werden entlassen. Von Andreas Gruhn

Die Stadt hat nun Gewissheit: Spätestens im Jahr 2016 wird der letzte britische Soldat das JHQ verlassen haben. Das teilte der britische Verteidigungsminister Bob Ainsworth gestern in einem Brief seinem deutschen Amtskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg mit. Den Inhalt des Schreibens besprach der britische Garnisonskommandant John Watson gestern auch im Rathaus Abtei mit Oberbürgermeister Norbert Bude. Allerdings werden weite Teile des JHQ bereits im Jahr 2014 an die deutschen Behörden zurückgegeben. Das bestätigte gestern Helga Heine, Sprecherin der Rhein Garnison, zu der neben dem JHQ auch der Elmpter Standort gehört.

Sozialplan für 1000 Mitarbeiter

Teile der Infrastruktur im Rheindahlener Hauptquartier werden aber auch nach 2014 noch für den Standort in Niederkrüchten-Elmpt benötigt. Die dort stationierten Soldaten werden erst ab 2015 nach Stafford in Großbritannien verlegt. Weil sie ihre Wohnungen in Wildenrath aber bereits vorher verlassen müssen, werden sie zeitweilig im JHQ unterkommen. "Welche Infrastrukturen nach 2014 noch erhalten bleiben, ist noch nicht klar", sagte Helga Heine. Erst dann werde das JHQ endgültig geschlossen. Das Depot Ayrshire Barracks im Südpark bleibt hingegen bestehen.

Das Schnelle Eingreifcorps ARRC wird wie geplant bereits im Sommer mit dem Abzug beginnen. 55 der knapp 1000 zivilen Mitarbeiter im JHQ verlieren im August ihre Jobs. Wann es weitere Entlassungen gibt, ist noch unklar. Helga Heine kündigte einen Sozialplan an. "Wir wissen noch nicht, welche Bereiche wann abrücken. Es wird sicher für einige die Option geben, nach Ostwestfalen mitzugehen", mutmaßt Gerd Soggeberg von der Mitarbeitervertretung. Das Hauptquartier des britischen Unterstützungskommandos wird ab 2011 aus dem JHQ nach Herford verlegt.

OB Norbert Bude reagierte erleichtert auf die Nachricht aus England. "Es war wichtig, dass der Zeitplan bestätigt wurde. Jetzt haben wir Sicherheit. 2014 ist das entscheidende Jahr für Mönchengladbach", sagte er nach dem Gespräch mit Garnisonskommandant John Watson. "Die Zeitschiene ist so, wie wir sie uns erhofft haben." Jetzt könne die Stadt in engen Kontakt mit den Engländern treten, um die bereits laufenden Planungen für das 420 Hektar große Gelände voranzutreiben. Eine Zukunftswerkstatt soll in enger Abstimmung mit dem NRW-Bauministerium und der Stadt Ideen erarbeiten. "Wir werden eine Vielzahl an Ideen brauchen", ahnt Bude. "Wir sprechen über einen langen Prozess."

Quelle: RP
 
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