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Mönchengladbach
Humor hilft auch beim Pflegen

Mönchengladbach. In einem Workshop für Mitarbeiter des Vitusheims vermittelten Humortrainer Techniken zur Bewältigung des Pflegealltags. Daran beteiligt war die Eckart-von-Hirschhausen-Stiftung "Humor hilft heilen". Von Angela Rietdorf

Die Pflege und Betreuung von psychisch kranken oder dementiell stark veränderten Patienten ist eine Herausforderung. Die Aufgabe ist mit viel Stress und wenig Dank verbunden. Umso wichtiger ist es, mit dem anstrengenden Pflegealltag umgehen und den Kollegen vertrauen zu können und auch noch gemeinsam zu lachen. Damit das gelingt, hat das Vitusheim an der Rheydter Straße jetzt zu einer ungewöhnlichen, aber erfolgreichen Methode gegriffen: Es wurden Humortrainerinnen zu einem Workshop ins Haus geholt.

Einen Nachmittag lang sind 15 Mitarbeiter aus allen Bereichen des Hauses von der Hauswirtschaft über die Pflege bis hin zur Geschäftsführung mit den beiden gelernten Klinik-Clowns Simone Faßnacht und Henriette Hansen geschult worden.

Da gab es Übungen zum Vertrauen, bei denen jemand mit geschlossenen Augen von den Kollegen durch den Garten geführt wurde und nur an bestimmten Stellen blitzartig Eindrücke aufnehmen durfte. Es mussten Tiere nachgespielt werden, was für große Erheiterung sorgte. Oder es wurde ausprobiert, was die unterschiedlichen Tonlagen und Betonungen bei der Aussprache eines Namens beim Angesprochenen auslösen. Am Ende des Workshops ist die Stimmung locker und fröhlich. Die Teilnehmer sind sich einig: Sie haben neue Perspektiven und eine andere Sicht auf die Dinge dazugewonnen. "Wir sollten uns bei der Arbeit weniger ernst nehmen", stellt Pfleger Paul Mewißen fest und erntet damit große Zustimmung. "Humor ist eine Bewältigungsstrategie", ergänzt sein Kollege Marcel Adrians.

Aber nicht nur die Arbeit, auch die Kollegen erscheinen nach dem Workshop in einem neuen Licht. "Ich bin neu hier im Haus und es war sehr interessant, das Team aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen", erklärt Krankenpflegehelferin Kerstin Mildenberg. Es gebe drei Arten von Humor, erklärt Trainerin Simone Faßnacht und zählt auf: Komik, Satire und schließlich der Humor, der es erlaubt, zurückzutreten und über sich selbst zu lachen. Diese Art von Humor führt zu einer anderen Wahrnehmung des Alltags und des Alltagsstresses. Und diese spielerische Art vermitteln die beiden Clowns im Workshop.

Das ist erfolgreich und das kommt an. Alle Teilnehmer sind sich einig: Einen solchen Workshop sollte man wiederholen. Auch weil diesmal von den rund 50 Mitarbeitern nur 15 mitmachen konnten. "Wir haben die Wiederholung fest geplant", sagt Geschäftsführerin Angelika Heinrichs hinterher. Ihr Sohn und Mit-Geschäftsführer Felix Heinrichs empfiehlt auch anderen Pflegeeinrichtungen diesen Workshop, der durch die Eckart-von- Hirschhausen-Stiftung "Humor hilft heilen" ermöglicht wurde. "Wir waren die Ersten in Mönchengladbach, aber wir müssen nicht die Einzigen bleiben", meint er.

Quelle: RP
 
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