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Mönchengladbach
IHK Mittlerer Niederrhein ist 40 Jahre alt

Mönchengladbach. Bei der Geburtstagsfeier wagt die IHK einen Blick in die Zukunft mit einer Trendforscherin.

"Es war keine Zwangsehe - aber Liebe auf den ersten Blick war es sicherlich auch nicht." Mit diesen Worten kommentierte IHK-Präsident Elmar te Neues den Zusammenschluss der Industrie- und Handelskammern Krefeld, Mönchengladbach und Neuss zur IHK Mittlerer Niederrhein vor 40 Jahren. "Diese vier Jahrzehnte waren für die IHK und für unsere Region eine Erfolgsgeschichte, zu der viele beigetragen haben", ergänzte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Anlässlich ihres Gründungstages hatte die IHK zu einem Sommerfest eingeladen.

Elmar te Neues erinnerte an die Umstände der Fusion: "Der Zusammenschluss von Industrie- und Handelskammern wurde Anfang der 1970er-Jahre in NRW zum Trend." Verschiedene Fusionsmodelle wurden diskutiert, unter anderem auch ein Zusammengehen mit Aachen, Düsseldorf oder Wesel. "Nach vielen Sitzungen, Gesprächen und Briefen bahnte sich dann aber doch die Verbindung an, die wir heute als IHK Mittlerer Niederrhein kennen", so te Neues. "Der neue Kammerbezirk sollte die kreisfreien Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie die Kreise Neuss und Viersen umfassen." Mit Wessel de Weldige-Cremer, dem ersten Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, war einer der maßgeblichen Akteure der "Kammer-Hochzeit" von 1977 zu Gast.

Anschließend blickte te Neues auf Meilensteine der IHK-Arbeit zurück: "Damals wie heute ist die Duale Berufsausbildung eines der wichtigsten Themen für uns. 516.000 Menschen haben in den vergangenen vier Jahrzehnten eine IHK-Prüfung gemacht." Neben der beruflichen Bildung gehörte der Einsatz für eine leistungsfähige Infrastruktur und ein ausreichendes Angebot an Gewerbeflächen zu den Daueraufgaben der vergangenen 40 Jahre.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz lenkte den Blick auf die Zukunft und den Vortrag der Trend- und Zukunftsforscherin Birgit Gebhardt zum Thema: "Wie entwickeln sich Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft angesichts des demografischen Wandels, einem veränderten Mobilitätsverhalten, fortschreitender Digitalisierung und Industrie 4.0?"

Die Hamburger Trendforscherin machte eines unmissverständlich klar: "Die Digitalisierung, wie wir sie heute erleben, ist weit mehr als nur ein weiteres Update, wie manche glauben." Vielmehr würden herkömmliche Fertigungsprozesse und Handelsmodelle grundlegend infrage gestellt. Nicht mehr die Produkte seien entscheidend, sondern die Daten der Konsumenten. "Damit wird demnächst das Geld verdient." Amazon, Google und Co. bezeichnete Gebhardt als "gatekeeper" dieses Datenschatzes. "Die Macht dieser Unternehmen wird noch zunehmen."

Sie schilderte die Eindrücke von ihrer jüngsten Reise ins amerikanische Silicon Valley. "Deep Learning" sei das alles beherrschende Thema. "Es geht darum, Maschinen intelligent zu machen - das treibt alle großen Unternehmen um." Nachdem Roboter den Menschen die körperliche Arbeit abgenommen hätten, gehe es jetzt darum, dass die Maschinen die geistige Arbeit der Menschen übernehmen. "Operationsroboter sind heute besser als der Mensch in der Lage, komplexe und schwierige medizinische Eingriffe zu tätigen", beschrieb Gebhardt ein Beispiel. "Ein solcher Roboter kann hier, in Krefeld, operieren und dabei von überall in der Welt aus gesteuert werden."

Für die Arbeitswelt seien die Folgen des digitalen Wandels gravierend. "Digitalisierung bedeutet vor allem Vernetzung", so Gebhardt. "In der Arbeitswelt der Zukunft werden Hierarchien und interdisziplinäre Gräben an Bedeutung verlieren, Kollaboration, Verhandeln und Austarieren immer wichtiger."

Quelle: RP
 
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