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Mönchengladbach
IHK: Stadt muss Akteure stärker einbinden

Mönchengladbach: IHK: Stadt muss Akteure stärker einbinden
Seit rund einem Jahr fahren die Busse auf der Hindenburgstraße nur noch Richtung Oberstadt, in der Gegenrichtung bleibt die Haltestelle leer. FOTO: Denisa Richters, Andreas Woitschützke (Archiv)
Mönchengladbach. Von der neuen schwarz-gelben Landesregierung erhofft sich Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, viel. Einer der wichtigsten Punkte ist für ihn, dass endlich Rechtssicherheit bei den Sonntagsöffnungen geschaffen wird. Von Denisa Richters und Jan Schnettler

Aktuell dürfen Läden nur dann sonntags öffnen, wenn parallel ein Ereignis stattfindet, das mehr Besucher zieht als die Sonntagsöffnung. Steinmetz ist optimistisch, dass es eine klarere, rechtssichere Regelung geben wird, die in Innenstädten acht statt bisher vier verkaufsoffene Sonntage zulässt.

In Mönchengladbach hatte es wegen der nicht ganz klaren Rechtslage in diesem Jahr ein bemerkenswertes Hin und Her um die verkaufsoffenen Sonntage gegeben. Unrühmlicher Höhepunkt war der Plan der Stadt, am 2. Juli, dem Tag der Tour de France, die Ladenöffnung zu erlauben. Nur wollte am Ende kein großer Händler mitmachen. Zu groß war die Gefahr, wegen der vielen Sperren für Kunden unerreichbar zu sein.

Jürgen Steinmetz (IHK) kritisiert das Vorgehen. FOTO: Woitschützke Andreas

Falscher Termin, unzureichende Kommunikation, so Steinmetz' Fazit. Künftig sollten solche Entscheidungen im Einklang mit den Akteuren getroffen werden. "Der Oberbürgermeister ist eingeladen, sich mit Handelsverbänden, Gewerbe und den städtischen Verantwortlichen an einen Tisch zu setzen", so Steinmetz.

Dabei soll auch die seit mehr als einem Jahr in einem Pilotprojekt praktizierte neue Linienführung der Busse in der Innenstadt Thema sein. Sie fahren auf der Hindenburgstraße nur noch in Richtung Oberstadt, bergab werden sie über die Steinmetzstraße geführt. Bei Fahrgästen, aber auch bei Händlern war das auf Kritik gestoßen. Letztere kritisierten, dass sie nicht ausreichend einbezogen worden seien. "Man muss Ideen nicht verurteilen", sagt Steinmetz, "aber man muss sie mit den Betroffenen besprechen."

Gleiches gelte für die Gestaltungssatzung, die in Rheydt bereits gilt und auf Gladbach übertragen werden kann. Es sei richtig, im öffentlichen Raum, also bei gastronomischen Terrassen, Schaufenstern und Werbeschildern, auf eine gewisse Qualität zu pochen. "Man kann aber nicht alles über einen Kamm scheren, sondern muss auch ein Stück weit Kreativität und Individualität zulassen", betont Steinmetz. Auch da gelte es, die Betroffenen einzubeziehen, um einen "Mittelweg" zu finden.

Sinnvoll findet Steinmetz Überlegungen, in der Oberstadt, wo beim Einzelhandel viele Leerstände zu verbuchen sind, die Handelsflächen zu verringern. "Der Einzelhandel verändert sich im Moment stark, die Zeiten des quantitativen Wachstums sind vorbei." Deshalb gehe es eher darum, qualitativen, inhabergeführten und individuellen Einzelhandel zu stärken. "Die Fußgängerzonen, wie wir sie kennen, werden sich verkürzen", betont Steinmetz. Die Chance sieht er für Städte mit einem besonderen Angebot.

In der Pflicht sieht er die öffentliche Hand, nicht nur auf kommunaler, sondern auch auf Landes- und Bundesebene, auch beim Breitbandausbau: "Das kann nicht allein in der Verantwortung von Privatinitiativen liegen." Der Ausbau müsse finanziell forciert werden.

Quelle: RP
 
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