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Mönchengladbach
Illegale Kleidersammlungen

Mönchengladbach: Illegale Kleidersammlungen
130 illegal aufgestellte Altkleider-Container wurden im Stadtgebiet bereits sichergestellt. FOTO: NN
Mönchengladbach. In der Stadt gibt es immer mehr illegal aufgestellte Altkleider-Container. Darunter leidet auch der Volksverein, der Kleidung legal sammelt und sie an Bedürftige weitergibt. Doch zumindest klappt die Kooperation mit der Stadt. Von Thomas Grulke

Einmal hatte der Volksverein Glück. Nachdem er einen illegal aufgestellten und daraufhin von der Stadt beschlagnahmten Altkleider-Container aufgekauft hatte, erhielt er plötzlich ein Anwaltsschreiben. "Wir sollten uns erklären, da wir den Container ja entwendet hätten. So hatten wir und die Stadt endlich mal einen Ansprechpartner.

Denn sonst kommen wir nur ganz selten an die Verantwortlichen heran", sagt Wilfried Reiners. Für den Geschäftsführer des Volksvereins ist die wachsende Zahl illegal aufgestellter Altkleider-Container in der Stadt ein großes Ärgernis.

Alleine in den letzten Jahren stellte die Stadt 130 Container ohne ordnungsbehördliche Erlaubnis sicher. "Wenn wir auf einen solchen Behälter aufmerksam werden, reagieren wir sofort. Häufig fragt der Aufsteller nach der Entfernung gar nicht mehr nach dem Container", sagte der Beigeordnete Peter Holzenleuchter jetzt während eines Sachstandsberichts der Verwaltung zum Thema Altkleider-Container im Umweltausschuss.

In den meisten Fällen sind die Verantwortlichen nicht ausfindig zu machen. "Hin und wieder sind Telefonnummern auf den Containern angegeben, unter denen aber nur ein Anrufbeantworter zu erreichen ist", erklärte Holzenleuchter.

Darüber hinaus gibt es eine unbekannte Anzahl von Containern gewerblicher Sammler oder karitativer Einrichtungen auf Privatgrundstücken. Und natürlich die 38 Behälter im öffentlichen Straßenraum, für die das Ordnungsamt der Katholischen Arbeiterbewegung im Bistum Aachen eine Sondernutzungserlaubnis erteilt hat. Diese Container werden vom Volksverein bewirtschaftet und geleert. Dazu gehört auch das Entsorgen wilder Müllablagerungen an den Containern.

"Es gibt zwei, drei Brennpunkte in der Stadt, wo wir ein riesiges Problem damit haben, und die wir mittlerweile fast täglich anfahren müssen", sagt Reiners zu diesem Ärgernis. Wie viele Kleidungsstücke dem Volksverein in Mönchengladbach durch die illegalen Container verloren gehen, kann Reiners nicht beziffern. "Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass dies ein weltweiter Markt ist, an dem viele partizipieren wollen."

Umso wichtiger ist es ihm, die Arbeit des Volksvereins so transparent wie irgend möglich zu gestalten. "Schließlich wollen wir darauf hinweisen, dass wir Gutes tun und die Kleidungsstücke kostenlos weitergeben. Zudem hängen reguläre Arbeitsplätze daran", sagt Wilfried Reiners. Entdecken er oder seine Mitarbeiter einen illegal aufgestellten Container, geht die Information an die Stadt, die umgehend reagiert.

"Die Bevölkerung hat ebenfalls ein waches Auge", sagte Peter Holzenleuchter. 130 sichergestellte Container sind schließlich auch eine stolze Zahl.

(RP/ila)
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