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Mönchengladbach
Im Auftrag eines Rockerclubs ein Kilo Marihuana verkauft

Mönchengladbach. Wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels musste sich ein 27-jähriger Angeklagte gestern vor dem Mönchengladbacher Schöffengericht verantworten. Der Prozess fand im Schwurgerichtssaal unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen statt. Von Ingrid Krüger

Nach Verlesung der Anklage zeigte sich der Familienvater geständig. Zur Tatzeit vor drei Jahren hatte sich der Mönchengladbacher der holländischen Rocker-Gruppierung Satudarah angeschlossen, hieß es in der Erklärung des Verteidigers. Der inzwischen 27-Jährige habe sich damals bei dem Club als Anwärter auf den Rockerstatus beworben, hatte aber nichts zu sagen. Den Rockerclub mit der hierarchischen Struktur und das Motorradfahren habe der junge Mann offenbar interessant gefunden. Bald sei aber klargeworden, dass die Holländer dafür von den jungen Männern auch etwas forderten. "Über Duisburg und Mönchengladbach verkauft ihr für uns Gras", habe es geheißen. "Wahrscheinlich wurde das Gras sogar in Holland gezüchtet", vermutete dazu der Staatsanwalt. Und der Angeklagte ließ sich überreden, für den Club ein Kilo Marihuana zu verkaufen. Anschließend lieferte er bereitwillig 5000 Euro an die Holländer.

"Aber der Angeklagte hat inzwischen seine Lektion gelernt. Seit August 2013 hat er keinen Kontakt mehr zu Satudarah", setzte sich der Verteidiger für seinen Mandanten ein. Der Gladbacher habe eine Umschulung gemacht, habe einen Job und sei inzwischen Familienvater.

Nach Verlesung des Strafregisters war allerdings klar, dass der 27-Jährige nicht zum ersten Mal auf einer Anklagebank Platz nehmen musste. Er war einschlägig vorbelastet, war jedoch in den letzten drei Jahren nicht mehr aufgefallen. Am Ende forderte der Staatsanwalt für den Angeklagten eine zweijährige Freiheitsstrafe mit Bewährung. Das Schöffengericht schloss sich dem Antrag an und verurteilte den Gladbacher wegen Drogenhandels und Besitzes von zwei kleineren Marihuana-Mengen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Außerdem muss der Angeklagte 1000 Euro an ein Kinderdorf zahlen. Er akzeptierte das Urteil sofort.

Quelle: RP
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