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Mönchengladbach
Im Code Camp beginnt die digitale Zukunft

Mönchengladbach: Im Code Camp beginnt die digitale Zukunft
In der AG werden die Schüler nicht nur fit gemacht im Programmieren oder Webdesign, die Angebote werden auch noch weiter entwickelt und auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten. FOTO: Nattermann Felix
Mönchengladbach. Die Computer-AG des Gymnasiums am Geroweiher differenziert die Angebote und will sich auch für Schüler anderer Schulen öffnen. Von Angela Rietdorf

Digitale Bildung haben sich alle auf die Fahnen geschrieben. Oft bestehen die Erfolgsmeldungen aber nur darin, die alte Tafel gegen ein modernes Whiteboard auszutauschen - sonst bleibt alles beim Alten. Nicht so aber in der Computer-AG des Gymnasiums am Geroweiher, mit 95 Teilnehmern vermutlich die größte und bestimmt die beliebteste Computer- AG Deutschlands. Hier werden die Schüler nicht nur fit gemacht im Programmieren oder Webdesign, die Angebote werden auch noch weiter entwickelt und auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten. Neuester Sprössling der von Lehrer Felix Nattermann geleiteten AG: das Code Camp für besonders begabte und motivierte Schüler, die bereits den großen Programmierschein errungen haben.

"Die älteren Schüler, die richtig gut im Programmieren sind, arbeiten innerhalb der AG als Trainer für die jüngeren", erklärt Felix Nattermann, dessen Begeisterung für sein Fach und dessen Vermittlung erkennbar ansteckend wirkt. "Das heißt aber, dass sie selbst inhaltlich nicht so schnell weiterkommen." Für sie ist das in den Ferien stattfindende Code Camp gedacht. Fünf Tage lang wird programmiert, was das Zeug hält. "Wir bieten in der AG auch sonst mehrtägige Touren an", sagt der Pädagoge. "Da achten wir darauf, dass die Hälfte der Zeit draußen verbracht wird, die andere Hälfte vor dem Computer." Beim Code Camp sei das anders gewesen. "Da waren wir schon als Nerds unterwegs", meint Nattermann grinsend.

Die AG ist in Modulen organisiert und nach Leveln gestaffelt. FOTO: Nattermann

In Gruppen wurden Spiele in den verschiedenen Programmiersprachen implementiert. Oder ein System geplant, durch das die bisher verwendeten Anwesenheitslisten durch Karten und Scanner ersetzt werden. "Die Schüler haben die Abläufe und die Verschaltungen geplant, einen alternativen Eingabemodus entwickelt, die Kosten recherchiert und eine Präsentation vorbereitet. Das war sehr komplex und wurde eindrucksvoll gelöst", sagt der Lehrer.

Die Computer-AG erweist sich als echtes Erfolgsmodell. Sie ist in Modulen organisiert und nach Leveln gestaffelt. "Die Teilnehmer erwerben Erfahrungspunkte, indem sie an den AG-Stunden teilnehmen, Module abschließen, sich im Forum beteiligen und vieles mehr", erklärt Nattermann sein Motivationsmodell. "Das funktioniert wie in einem Computerspiel, in dem man sich hocharbeitet." Das spricht sehr viele Schüler an. "Ich setze auf Motivation, aber ganz ohne Druck geht es auch nicht, es werden auch Tests geschrieben", sagt der AG-Leiter. Würde ein solches Motivationsmodell auch im Unterricht funktionieren? "Ja", sagt Nattermann. "Davon bin ich überzeugt." Etliche seiner ehemaligen Schüler, die die Computer- AG durchlaufen haben, studieren inzwischen Informatik. "Sie haben eine Leidenschaft für eine Sache entwickelt", freut sich der Lehrer. "Darauf kommt es an."

Weil die Digitalisierung so in den Fokus gerückt ist, Mönchengladbach aber noch einigen Nachholbedarf hat, hat sich der Verein Next-MG, dem Unternehmen, Institutionen und Partner der Stadt Mönchengladbach angehören. Er will eine Digitaloffensive starten, Kompetenz in IT-Fragen vermitteln und junge Menschen in der Stadt halten. Mit dabei: die Computer AG des Gymnasiums am Geroweiher. "Die AG soll für externe Schüler geöffnet werden", erklärt Nattermann. Dafür müssen allerdings Leitungen und Ausstattung nachgerüstet werden, Datenbanken umgebaut und auch noch ein Betreuer eingestellt werden.

Quelle: RP
 
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