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Mönchengladbach
Im JHQ sollen bis zu 2500 Flüchtlinge leben

Mönchengladbach. Das Land hat die Gesamtzahl auf 2000 aufgestockt. Dazu ist noch eine Notaufnahmeeinrichtung mit weiteren 500 Plätzen geplant. Entsprechend weniger Asylbewerber muss die Stadt selbst aufnehmen. Von Dieter Weber

Erst 500. Dann 800. Dann 1000. Schließlich 1200. Und jetzt sind es 2000 Plätze, die im ehemaligen JHQ für Flüchtlinge eingerichtet werden sollen. Alleine die Entwicklung der Zahlen seit Oktober 2013, als der damalige Oberbürgermeister Norbert Bude bei einem SPD-Parteitag erstmals von einer geplanten Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber berichtete, belegt, wie dramatisch sich die Situation zuspitzt.

Und damit nicht genug: Das Land will auch noch eine Notaufnahmeeinrichtung für 500 Menschen bauen oder kurzfristig im Gebäudebestand herrichten. Bei der Ratssitzung am Montag (17 Uhr im Rathaus Rheydt) liegt den Politikern ein unterschriftsreifer Vertrag zwischen Stadt und Land vor. Stimmen die Ratsmitglieder zu, hat das Land dafür das erforderliche "Okay".

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

"Es ist im ehemaligen JHQ keine Erweiterung der Flächen für die Erstaufnahmeeinrichtung geplant. Das hat uns das Land zugesichert", sagt Dezernent Gert Fischer, der innerhalb der Verwaltungsspitze für die Unterbringung der Flüchtlinge in der Stadt zuständig ist. Im früheren Hauptquartier wird die Stadt für das Land tätig: Zwar betreibt das Land die Einrichtung, doch die Stadt kümmert sich unter anderem um die Registrierung der Menschen, übernimmt die Gesundheitsuntersuchung und versorgt unbegleitete minderjährige Asylbewerber. Das Land ersetzt der Stadt alle dabei entstehenden Kosten zu 100 Prozent. Mehr Plätze heißt aber auch: Die Stadt wird mehr Personal einstellen müssen. Bisher ist sie von rund 40 Stellen ausgegangen.

Wichtig ist auch: Die 2000 Plätze, die nach neuer Landesvorgabe im ehemaligen JHQ in der Erstaufnahmeeinrichtung entstehen, werden der Stadt angerechnet. Dies wirkt sich auf die Quote zwar erst ab dem 1. Juni 2016 in Gänze aus, weil dann die Anlage im Hauptquartier voraussichtlich komplett umgebaut ist. Dafür will das Land Kommunen, die wie Gladbach Erstaufnahmeeinrichtungen beherbergen, stärker entlasten. Jeder für das Land bereitgestellte Platz soll mit dem Faktor 1,3 angerechnet werden.

Fotos: Traglufthalle für Flüchtlinge in Düsseldorf aufgebaut FOTO: dpa, fg jai

Für Gladbach würde dies bedeuten: Bei den tatsächlichen 2000 Aufnahmeplätzen im ehemaligen JHQ rechnet das Land ihr 2600 Plätze auf ihre Quote an. Kommen weitere 500 Menschen in einer zusätzlichen Notaufnahme hinzu, würde sich dies ebenfalls positiv auf die Gesamtzahl der aufzunehmenden Asylbewerber niederschlagen. Für die Notaufnahme ist kein zusätzliches Personal erforderlich.

Quelle: RP
 
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