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Mönchengladbach
Im Textil-Technikum rattern die Webstühle und Spinnmaschinen

Mönchengladbach. Mit spannenden Führungen und einer Modenschau eröffnete gestern das Museum. Webmeister Karl-Heinz Engeln erklärte Besuchern die Maschinen. Von Christian Lingen

Es riecht nach Arbeit. Eine Mischung aus Ölgeruch und Stoff liegt in der Luft. In der Halle des Monforts Quartiers rattern die Webstühle und Spinnmaschinen um die Wette. Es ist ganz schön laut. Wer es nicht weiß, der könnte meinen, eine Zeitreise gemacht zu haben. Gelandet ist er im Textil-Technikum. Mit einem Tag der offenen Tür im Rahmen des Tags des offenen Denkmals eröffnete die hoch interessante Ausstellung, die mit der Hochschule Niederrhein kooperiert. 200 historische Maschinen verdeutlichen, wie sich die Technik in der Textilindustrie verändert hat.

Zur Eröffnung kamen auffällig viele ältere Besucher, die teilweise noch an den gezeigten Geräten gearbeitet haben. Bei zahlreichen Führungen erklärte unter anderem der gelernte Webmeister Karl-Heinz Engeln den Besuchern die Maschinen. Und noch besser: Er schaltete sie ein, so dass sie wie früher ihren Betrieb aufnahmen. "Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht. Das war ein ganz schönes Stück Arbeit von den ersten Planungen bis zur Eröffnung", verriet Dr. Karlheinz Wiegmann. Der Leiter des städtischen Museums Schloss Rheydt freute sich, dass die große Eröffnung so gut angenommen wurde und die Besucher interessierte. Zu sehen bekamen die Besucher aber nicht nur die alten Maschinen, sondern auch die anderen Räume des Monforts Quartiers.

Weil das Textil-Technikum mit der Hochschule kooperiert, zeigten einige Studenten des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik bei einer Modenschau ihre selbst entworfenen Stücke. Eines hatten die Stücke gemein: Sie waren asiatisch angehaucht und präsentierten sich in dezenten Farben wie Grau, Weiß und matten Grün. Akzente setzten Applikationen mit Pelz und Filz. Offiziell eröffnet hatte das Textil-Technikum zuvor bereits Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Flankiert wurde er von zahlreichen Gästen aus der Politik und einigen Sponsoren. Mit dabei war auch Rolf Königs, Vorsitzender des Rheinischen Textil- und Bekleidungsverbandes und Chef der Aunde Group. Er ist einer der Förderer des Textil-Technikums und stellte der Ausstellung einige historische Maschinen zur Verfügung.

Die Ausstellungsfläche soll aber nicht nur ein Museum sein. Auch Events sollen künftig in der großen Werkhalle stattfinden. So feiert die Große Rheydter Prinzengarde Anfang Februar ihren traditionellen Rutsch in den Karneval in den Räumen. Wer nicht bis dahin warten möchte, hat aber schon vorher die Gelegenheit, einen Blick in das Textil-Technikum zu werfen. Geöffnet ist montags bis freitags von 11 bis 15 Uhr und jeden dritten Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr. Gruppen können auch gesonderte Termine vereinbaren.

Quelle: RP
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