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Mönchengladbach
Immer mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse

Mönchengladbach. In Mönchengladbach nimmt die Zahl so genannter atypisch Beschäftigter weiter zu. Das sind alle Arbeitnehmer, die in ihrer Haupterwerbstätigkeit einer befristeten, geringfügigen oder Teilzeitbeschäftigung mit bis zu 20 Wochenstunden nachgehen oder in einem Zeitarbeitsverhältnis stehen. Laut einer Erhebung des Statistischen Landesamts IT NRW stieg die Zahl der atypischen Beschäftigungsverhältnisse von 2014 auf 2015 um 3000 - von 21.000 auf 24.000. Waren das 2014 noch 20,9 Prozent aller Beschäftigten gewesen, waren es 2015 dann bereits 23,1 Prozent - womit sich die Stadt binnen eines Jahres von klar unter dem Landesschnitt (22,7 Prozent in 2014) auf knapp über (22,8 Prozent in 2015) den Schnitt bewegt hat. Unter den kreisfreien Städten im Regierungsbezirk ist der Anteil nur in Duisburg (24,3 Prozent) und Oberhausen (26,6 Prozent) höher. Von Jan Schnettler

Zur gleichen Zeit ist allerdings auch die Zahl der "normalen" Beschäftigungsverhältnisse leicht gestiegen (von 71.000 auf 72.000), die Zahl der Selbstständigen ging hingegen zurück (von 10.000 auf 9000). Das Landesamt weist außerdem darauf hin, dass die Datengrundlage für die Vitusstadt im Detail in Teilen unvollständig ist.

Die Linke nahm die Veröffentlichung der Daten gestern zum Anlass, die Entwicklungsgesellschaft EWMG und die Mehrheitsfraktionen anzugreifen. Diese hätten "zu lange auf die Logistikbranche gesetzt" und die Entwicklung damit mitzuverantworten. "Faktisch geht es um prekäre Beschäftigung. Für die Betroffenen heißt das, von der Hand in den Mund zu leben, nicht zu wissen was morgen kommt, und trotz Arbeit noch Bittsteller beim Staat zu sein", kritisiert Fraktionssprecher Torben Schultz. "Landesweit einheitlich sind davon besonders Frauen betroffen. Das zeigt, wie sehr die Gleichstellung der Geschlechter noch stockt."

Dass die GroKo mittlerweile eine andere Entwicklung bei den Leitbranchen setze, halte man "allenfalls für halbherzig, eher jedoch dem Wahlkampf geschuldet". Auch der nun geforderte Ausbau der Autobahnen leiste nicht zuletzt der Logistikbranche Vorschub.

Quelle: RP
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