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Mönchengladbach
In Gladbach heulen bald wieder die Sirenen

Informationen: Was zu tun ist, wenn die Sirenen heulen
Informationen: Was zu tun ist, wenn die Sirenen heulen
Mönchengladbach. Ab 2016 sollen 60 bis 100 Heuler auf öffentlichen Gebäuden installiert werden. In den Innenstädten wird begonnen, die Bezirke kommen dann später dran. Dafür investiert die Stadt etwa eine Million Euro. Von Gabi Peters und Angela Wilms-Adrians

Graue Sirenen auf Dächern, die im Katastrophenfall die Bevölkerung alarmieren, sind seit dem Ende des Kalten Krieges fast überall aus dem Alltag verschwunden. Auch Mönchengladbach hat die Heuler abgebaut. Im kompletten Stadtgebiet gibt es nur noch zwei Sirenen. Die befinden sich am Flughafen. Doch 2016 kehren die alten Warnanlagen zurück.

Auslöser ist ein Erlass des Landes Nordrhein-Westfalen. Kommunen müssen bei Großschadensereignissen ein leistungsfähiges Warnsystem für die Bevölkerung vorhalten. Für Gladbachs Feuerwehrchef Jörg Lampe gibt es kein effizienteres Weckmittel als Sirenen. "Die Leute sollen wissen: Es ist etwas passiert. Jetzt musst du auf Nachrichten achten."

Derzeit wird die Bevölkerung durch den mobilen Einsatz von 23 Warnfahrzeugen alarmiert. Die ersten Sirenen sollen bereits im nächsten Jahr aufgebaut werden. Insgesamt sieht die Feuerwehr etwa 60 bis 100 Sirenen vor, die auf öffentlichen Gebäuden installiert werden sollen. Die genauen Standorte stehen derzeit noch nicht fest. Im Umweltausschuss erklärte Lampe jetzt, dass in der Innenstadt begonnen werde und man sich dann von dort in die Periphere bewege. Die Gesamtkosten bezifferte er auf rund eine Million Euro, dazu kommen Wartungskosten von rund 100.000 Euro jährlich. Das Land leistet eine Anschubfinanzierung.

Zwar ist Mönchengladbach, was das Gefahrenpotenzial angeht, nicht vergleichbar zu Städten mit Betrieben, die der Störfallverordnung unterliegen. "Allerdings werden vor dem Hintergrund der Entwicklungen etwa bei Extremwetterlagen entsprechend flächendeckende Szenarien immer wahrscheinlicher", teilte die Stadt mit. Zudem reiche bei einer Großschadenslage, die die Stadt flächendeckend betrifft, der Einsatz aller Warnfahrzeuge nicht aus.

Aus diesem Grunde soll die Neuausrichtung der Warnstrategie für ein "gesamtstädtisches Szenario" neu ausgerichtet werden. "Bei Extremwetterlagen signalisieren die Sirenen sofort, dass die Bevölkerung einen sicheren Ort, zum Beispiel in Gebäuden, aufsuchen soll", erläutert Jörg Lampe. Nach anerkannten Regeln besteht jede Warnung der Bevölkerung immer aus zwei Phasen, der Phase "Aufmerksamkeit erzeugen" und der Phase "Informieren", um Handlungsanweisungen zu erhalten.

Mit der Neuausrichtung erfolge die erste Phase, nämlich Aufmerksamkeit erzeugen - vor allem über die Sirenen. Ergänzend dazu werden die Warnfahrzeug eingesetzt. "Nur Sirenen wecken Menschen nachts im Schlaf oder warnen Menschen, die sich im Freien aufhalten und kein Mobiltelefon bei sich haben oder besitzen", sagt Jörg Lampe.

In der zweiten Warnstufe erfolgen die Informationen mit Handlungsanweisungen für die Bevölkerung auf klassischem Wege über die Medien und über das für solche Fällen eingerichtete Bürgertelefon unter der Hotline 02161 25 5 25 25.

Quelle: RP
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