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Mönchengladbach
"In zehn Jahren wird die Gladbacher Küche überall kopiert"

Mönchengladbach. Die Grünen-Politikerinnen Barbara Steffens und Katrin Göring-Eckardt loben bei ihrem Besuch der Sozial-Holding nicht nur das Essen. Von Angela Rietdorf

Die Landesministerin und die Bundestagsabgeordnete sind überzeugt. "Das Essen war super, es hat richtig gut geschmeckt", sagt NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. "In zehn Jahren wird man die Mönchengladbacher Sterneküche überall kopieren", erklärt Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen im Bundestag. Sie werde jedenfalls in ganz Deutschland davon erzählen. Was die beiden Politikerinnen der Grünen so begeistert, ist das Essen, das in der Zentralküche der Sozialholding für Menschen mit Demenz und Schluckbeschwerden zubereitet wird.

"Sterneküche" nennt es der Chef der Sozial-Holding Helmut Wallrafen. Die alten Menschen, die unter Schluckbeschwerden leiden, erhalten keinen pürierten Brei, bei dem die Zutaten nicht mehr zu erkennen sind, sondern Speisen in fester Form, bei denen die Bestandteile klar zu unterscheiden sind. So klar, dass Ministerin Steffens sogar noch Stunden später aufzählen kann, was sie gegessen hat, nämlich Rotkohl und Kassler, Lachs mit Reis und Spinat sowie Gurken-, Tomaten- und Mangohäppchen. Dass die Köche so viel Freude daran hatten, diese Speisen zu entwickeln, fand die grüne Bundestagsabgeordnete Göring-Eckardt besonders bemerkenswert. "Die Menschen fangen oft wieder an selbst zu essen, wenn sie diese Speisen bekommen", berichtet Helmut Wallrafen. "Das ist eine echte Alternative zur Ernährung durch eine Magensonde."

Die beiden Politikerinnen waren einen halben Tag bei der Sozial-Holding zu Gast. Sie probierten nicht nur das Essen, sie informierten sich auch über die Projekte zur altengerechten Quartiersentwicklung, die die Sozial-Holding umsetzt. "Die Menschen gehören ins Quartier, auch wenn sie alt sind", sagt Göring-Eckardt. Auch in diesem Bereich findet sie die Arbeit in Mönchengladbach vorbildlich. Altenheime ins Quartier zu öffnen und diese Möglichkeit zur Stadtentwicklung zu nutzen, sei ein richtiger Ansatz, meint Gesundheitsministerin Steffens: "Diese Rolle können auch andere Akteure wie Wohnungsbaugesellschaften oder Kirchengemeinden übernehmen." Das müsse jede Stadt selbst entscheiden. Der Gladbacher Ansatz hat den Vorteil, dass er sich in jedem Stadtteil umsetzen lässt, denn Altenheime gibt es überall. In Hardterbroich entwickelt die Sozial-Holding gerade das nächste Projekt - auch hier gehen mit dem Neubau des Altenheims die Öffnung ins Quartier und die Anbindung an den neu entstehenden Markt einher.

Quelle: RP
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