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Mönchengladbach
Initiative gegen Fluglärm macht mobil

Mönchengladbach: Initiative gegen Fluglärm macht mobil
FOTO: Achim Blazy
Mönchengladbach. Der Widerstand gegen die Kapazitätserweiterung des Düsseldorfer Airports formiert sich im Osten der Stadt. Von Jan Schnettler

"Wir können nur gewinnen", sagt Frederick Skupin. Das scheint angesichts des schier übermächtigen Gegners - dem Düsseldorfer Flughafen - eine gewagte Aussage zu sein. Doch wenn man den Giesenkirchener ausführen hört, von welchem Ausgangspunkt seine Bürgerinitiative "Gegen Fluglärm MG-Ost" ins Feld zieht, wird schnell deutlich, was er damit meint. "Bisher konnte der Flughafen schalten und walten, wie er wollte", sagt Skupin. "Jetzt formiert sich Widerstand. Jetzt kommen Kritiker zu Wort und werden gehört. Das ist schon ein beachtlicher Erfolg."

Doch selbstverständlich will die Initiative mit ihren derzeit rund 130 Mitstreitern noch weitaus mehr erreichen - Konkretes. Sie will die beantragte Kapazitätserweiterung des Düsseldorfer Airports, die zwangsläufig zu einer höheren Flug- und damit Lärmaufkommen führen würde, verhindern. Deswegen wurden 10.000 Flyer gedruckt, die in den kommenden Tagen in Giesenkirchen und den angrenzenden Honschaften in Briefkästen geworfen werden. Der erläutert die Sachlage, lädt zu einer Diskussionsveranstaltung ein - und hat die Widerspruchs-Karte an die Bezirksregierung Düsseldorf gleich beigefügt.

"Darauf können die Bürger ankreuzen oder individuell begründen, warum sie die Erweiterung der Betriebsgenehmigung ablehnen", sagt Hajo Siemes, Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung Ost. Die Postkarten können die Bürger entweder selbst frankieren oder bei Skupin (Biesel 37) in den Briefkasten werfen, der sie dann gebündelt der Bezirksregierung übersendet. Das sollte spätestens bis zum 6. Juli erfolgt sein, da die Widerspruchsfrist am 8. Juli abläuft.

Zu der Veranstaltung am Mittwoch, 15. Juni, 19 Uhr, im Marienheim, Nesselrodestraße 81, sind zwei Gastredner eingeladen: Oliver Keymis, Landtagsabgeordneter der Grünen aus dem ebenfalls fluglärmgeplagten Meerbusch, sowie Werner Kindsmüller von der Kaarster Bürgerinitiative gegen Fluglärm. "Das zeigt schon, dass wir die Lärmbelästigung nicht einfach auf andere Gebiete abwälzen wollen", sagt Skupin. "Wir ziehen an einem Strang, auch mit den Betroffenen aus Essen." Man sei nicht per se gegen Flugzeuge - aber gegen "noch mehr Flugzeuge und noch mehr Lärm". Denn eine Kapazitätserweiterung würde, da sind sich die Mitglieder der Initiative sicher, dazu führen, dass die Belastung nicht gleichmäßig über den Tag, sondern morgens und abends sowie im Sommer, in Form von Ferienfliegern, zunehmen würde.

Das Beispiel Frankfurt zeige, dass sich, wenn echtes Interesse an einer Minderung der Belastung für Mensch und Natur besteht, kreative Lösungen finden lassen, so Siemes - etwa Ausweichrouten und andere Anflugwinkel. TITELSEITE

Quelle: RP
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