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Mönchengladbach
Innenstadtkarree: Caritas wehrt sich

Mönchengladbach: Innenstadtkarree: Caritas wehrt sich
Der Pavillon im Innenstadtkarree ist abgerissen. Aber der Streit zwischen Caritasverband und Anliegern um Baumfällungen geht weiter. FOTO: Arztpraxis Zimmermann
Mönchengladbach. Es gibt eine Unterschriftenliste mit 331 Namen. Und den gescheiterten Ortstermin mit Baudezernent Gregor Bonin. Der Caritasverband verteidigt seine Pläne und erklärt: Es wird nur ein Baum gefällt. Von Dieter Weber

Die Situation ist vertrackt, Giftpfeile fliegen hin und her. Zwischen dem Caritasverband und Anliegern, die um das Caritasgelände zwischen Albertus- und Bismarckstraße wohnen und arbeiten, geht's emotional zu: Es gibt Beschuldigungen, Angriffe, Rechtfertigungen. Für eine gütliche Einigung und einem Interessenausgleich ist es schon zu spät: Die baulichen Veränderungen, die der Caritasverband zum Unwillen von Anwohnern auf seinem Grundstück umsetzt, haben begonnen.

Darum geht's: Der Caritasverband will auf seinem Gelände an der Albertusstraße die Zahl seiner Parkplätze von 26 auf 36 erhöhen. Diese benötigt er für seine Mitarbeiter, weil er "immer mehr hilfsbedürftige Menschen in Mönchengladbach betreut und neue Arbeitsplätze schafft". Ein großer Teil der Stellplätze, so Caritasverbands-Geschäftsführer Frank Polixa, "ist für Autos bestimmt, mit denen hilfsbedürftige Bürger versorgt werden. Auch nach der Erweiterung steht lediglich für die Hälfte der Mitarbeiter unserer Geschäftsstelle ein Stellplatz zur Verfügung." Und auch das ist Fakt: Es gibt dafür die erforderliche Genehmigung der Stadt.

Die Maßnahme ist, so Polixa, abgestimmt mit der Katholischen Kirchengemeinde und Pro Multis, die den Kindergarten St. Albertus betreibt. Denn der ist betroffen, weil sein Spielplatz verlagert wird: Wie der Caritasverband darlegt, wird die Spielfläche größer, die Wege zu ihm werden für Erzieherinnen und Kinder kürzer, die Kinder bekommen neue Spielgeräte. Zwischen den neuen zehn Parkplätzen soll eine mehr als zehn Meter breite Grünfläche angelegt werden. "Wenn behauptet wird, ,wehrlose Kinder" würden durch die Maßnahme ,einer möglichen vorsätzlichen Körperverletzung ausgesetzt' und ,in ihrem Lebensraum massiv bedroht', darf man wohl die Frage stellen, ob solche Formulierungen noch verhältnismäßig sind", sagt Polixa.

Einige Anlieger ärgern sich darüber, dass sie erst spät oder gar nicht von den Veränderungen erfahren haben. Und sie fürchten um die kleine grüne Lunge mitten in der Stadt mit zahlreichen Bäumen und viel Vogelgezwitscher. Von einem Kahlschlag will der Caritasverband indes nichts wissen. Polixa: "Im Zuge der Maßnahme mussten ein Ahornbaum und ein Strauch entfernt werden. Als Ersatz werden wir einen neuen Laubbaum pflanzen. Alle anderen mehr als 20 Bäume auf dem Areal sind von der Parkplatzerweiterung nicht betroffen. Dies gilt auch für den großen Mammutbaum, den wir immer erhalten wollten." Die neuen Parkplätze nähmen etwa ein Sechstel der insgesamt 1760 Quadratmeter großen Grünfläche in Anspruch. Polixa: "Etwa die Hälfte der neuen Parkplatzfläche war bisher durch einen baufälligen Pavillon und durch Pflaster versiegelt."

Selbst Baudezernent Gregor Bonin kann nur bedingt helfen: "Wir können die Baugenehmigung nicht mehr rückgängig machen." Da helfen auch die 331 Unterschriften nicht, die ihm Anwohner übergeben haben. Ein Ortstermin von Bonin scheiterte, weil Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbands, nicht informiert und nicht da war. Eine Mitarbeiterin des Wohlfahrtsverbandes ließ Bonin und die ihn begleitende Gruppe nicht auf das Gelände. Das vereinbarte telefonische Gespräch zwischen beiden gab es noch nicht, was - wie Bonin erklärt - an seinem Terminplan liegt. "Ich bin selbstverständlich jederzeit gerne bereit, nach vorheriger Terminabsprache mit dem Baudezernenten und Anwohnern über die Parkplatz-Erweiterung zu sprechen", bekräftigt Polixa.

Quelle: RP
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