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Mönchengladbach
Internationale Förderung an Berufskollegs ausgeweitet

Mönchengladbach: Internationale Förderung an Berufskollegs ausgeweitet
Drei internationale Förderklassen gibt es am Berufskolleg Rheydt-Mülfort. FOTO: PMG
Mönchengladbach. Zwischen 58 und 64 Jugendliche aus verschiedenen Krisengebieten besuchen das Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik und werden dort auf die Berufswelt vorbereitet. Von Lisa Schmitz

Drei internationale Förderklassen gibt es am Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Technik (BKfT). Die Zahl der Bewerber ist hoch, doch für mehr Schüler ist kein Platz. Speziell geschulte Lehrer vermitteln ihnen deutsche Sprachkenntnisse. Das ist zeitintensiv, denn es soll schnell gehen, damit sich die Jugendlichen rasch in die deutsche Gesellschaft integrieren können. Zwölf Stunden in der Woche umfasst daher allein der Deutschunterricht. Und da der Bedarf an Förderklassen weiterhin hoch ist, steigen in Mönchengladbach vier weitere Berufskollegs in die internationale Förderung ab dem kommenden Schuljahr ein.

Auch das deutsche Duale System, die Verbindung von betrieblicher und schulischer Ausbildung, lernen die Jugendlichen in den internationalen Förderklassen des BKfT kennen. Sie erhalten Werkstattunterricht und absolvieren Praktika. Darüber hinaus stehen die Fächer Englisch, Mathematik und Technik auf dem Programm. Fotografie und Malerei ermöglichen es, sich kreativ der für viele ungewohnten deutschen Wirklichkeit zu nähern.

Die Integration in die deutsche Gesellschaft und Arbeitswelt ist eine enorme Herausforderung für die jugendlichen Flüchtlinge. Teilweise sind sie von den Ereignissen in der Heimat traumatisiert und benötigen über die schulische Betreuung hinaus psychologische Unterstützung. Schüler, die mit ihren Eltern nach Deutschland geflohen sind, geraten durch ihr erwachendes Selbstbewusstsein in Konflikt mit den Werten ihrer Eltern, beeinflusst von den Vorstellungen unserer Gesellschaft von Freiheit und Selbstbestimmung. Dies kann bedeuten, dass es zwischen Eltern und Jugendlichen zu tiefen Zerwürfnissen kommt. Auch hier sorgen die Schul-Sozialarbeiterinnen des BKfT dafür, dass diese Jugendlichen zum Beispiel eine Unterkunft finden.

Alle Jugendlichen haben einen starken Willen zur Integration, der zuerst in der Wahl der Kleidung und der technischen Ausrüstung sichtbar wird. Damit die berufliche Integration gelingt, ist das BKfT auf eine gute Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben angewiesen. Ein Beispiel für eine besonders gut funktionierende Zusammenarbeit ist die Kooperation mit Borussia Mönchengladbach. Dort werden fünf Praktikanten des BKfT für die Platz- und Anlagenpflege eingesetzt. Insgesamt gibt es 160 Praktikumsbetriebe quer durch alle Branchen, die mit dem Berufskolleg zusammenarbeiten. Aber es gibt auch Probleme. Zwischenzeitlich werden in Handwerk und Industrie Programme für Flüchtlinge wieder eingestellt. Hinderlich für die Förderung der Jugendlichen ist auch, dass sie mitten im Schuljahr aus der Förderung herausgenommen und zur Aufnahme anderer Programme gezwungen werden. Ohne dies kann ihnen die Abschiebung drohen. "Die jungen Flüchtlinge sollten ihre Ausbildung am Berufskolleg zu Ende machen dürfen", sagt Schulleiter Detlef Zeich.

Quelle: RP
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