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Mönchengladbach
Interreligiöser Respekt soll gestärkt werden

Mönchengladbach. Juden, Muslime und Christen trafen sich zum Workshop in der jüdischen Gemeinde. Ziel ist die Intensivierung von Gesprächen und gemeinsamer Sozialarbeit. Von Angela Wilms-Adrians

Für die Juden war das Buffet koscher, für die Muslime halal, und für alle zusammen gab es eine wunderbare Gelegenheit, miteinander zu essen und zu sprechen. Denn um Kennenlernen und Verstehen ging es den Veranstaltern des interaktiven Workshops in der jüdischen Gemeinde Mönchengladbach. Mit ihr hatte die noch junge Gesellschaft "jumu" eingeladen, eine Verbindung aus der jüdischen Gemeinde Bernau für den Landkreis Barnim und dem Freien Verband der Muslime.

Mit einem umfangreichen Programm von Vorträgen, Quiz und gemeinsamem Mittagessen setzten die Organisatoren auf Information und Begegnung. Zum Vortrag des jüdischen Referenten Michael Moses Sandler über Symbole des Judentums entwickelte sich ein spontaner, freundschaftlicher Dialog über die Besonderheiten von "koscher" und "halal", an dem sich auch Rabbi Y. Hoenig beteiligte.

"Ich finde es beeindruckend, dass die jüdische Gemeinde zum Dialog eingeladen hat", sagte Bürgermeister Michael Schroeren. Im Grußwort betonte er, dass die Vorträge Unterschiede im Glauben bewusstmachen, aber eben auch die Möglichkeiten eines respektvollen und zukunftsorientierten Miteinanders.

Leah Floh, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mönchengladbach, versprach sich vom gemeinsamen Projekt gewinnbringende Erkenntnisse, vor allem für junge Juden und Muslime. Ihr ist es wichtig, dass über eine sozial kulturelle und religiöse Suche Wege zueinander erschlossen werden. "Wir wollen uns nicht gespalten fühlen, sondern einer den anderen respektieren und akzeptieren", betonte Floh. Ebenso sieht es Michael Rubinstein, Geschäftsführer vom Zentralrat der Juden, der Grüße des Landes NRW überbrachte.

Ein großes Herz und mitreißende Begeisterung strahlte Diana Sandler, Geschäftsführerin der jumu Deutschland aus. "Künstlich herbei geführte Konflikte von Politikern interessieren uns nicht. Uns ist eine Gesellschaft wichtig, die interreligiös und interkulturell ohne Streit miteinander leben kann. Auch eine Familie braucht Kompromisse, und hier ist Bildung wichtig. Wir wollen eine starke deutsche Gesellschaft und fordern auch Dankbarkeit und Respekt ihr gegenüber", erklärte sie ihre Vorstellung vom Miteinander, das geprägt ist von Liebe, Verantwortung und Akzeptanz. Hamza Wördemann, Vorstandsmitglied des Zentralrats der Muslime, betonte ebenso den Focus auf den Menschen, unabhängig von politischen Ereignissen.

Für eine gesunde Entwicklung von Identität warb Mohammed Assila, Integrations- und Dialogbeauftragter des ZMD: "Identitäten brauchen ein Gegenüber, das nicht als Feind deklariert wird, sondern als Begleiter, auch mit seiner Kritik", hob er hervor. Er siedelte die menschliche Interaktion in der Auseinandersetzung mit der Umgebung, dem Selbst und der Religion an und warb für Humanismus und Verantwortung, um den sozialen Frieden zu schützen. In Richtung von Eltern und Gemeinden sprach er sich für ein "Immunsystem" aus, dass Jugendlichen helfen soll, sich vor Extremismus zu schützen.

Quelle: RP
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