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Suche nach einem Quartier
Invasion junger Fledermäuse in Gladbacher Büros

Suche nach einem Quartier: Invasion junger Fledermäuse in Gladbacher Büros
Zahlreicher dieser Zwergfledermäuse fliegen Nachts in Mönchengladbach umher. FOTO: Stadt Mönchengladbach
Mönchengladbach. Am Wochenende haben zahlreiche junge Zwergfledermäuse ein Bürogebäude bevölkert. Da die Tiere selbst nicht mehr hinausfliegen konnten, sind einige Jungtiere gestorben. Die Stadt rät dazu, Fenster in der Dämmerung zu schließen. 

Wie die Stadt mitteilte, kam es in einem Bürogebäude in der Albertusstraße am Wochenende zu einer Invasion junger Zwergfledermäuse. Dabei haben sich die Jungtiere, die zuvor ihre Wochenstuben verlassen hatten, zu einer größeren Gruppe zusammengeschlossen, um gemeinsam neue Quartiere zu erkunden. Anscheinend haben die Fledermäuse die auf Kipp stehenden Fenster als gute Einflugmöglichkeit in ein attraktives Quartier angesehen und sind in ein Büro eingeflogen.

Nach dem Einflug haben die Fledermäuse jedoch nicht mehr den Weg hinaus gefunden und wurden erst nach dem Wochenende von der Mieterin des Büros entdeckt. Der Vermieter hat daraufhin alle Fenster des Büros öffnen lassen, damit die eingeflogenen Fledermäuse wieder hinausfliegen konnten. Leider war ein Teil der Fledermäuse durch Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel bereits so geschwächt, dass diese im oder vor dem Gebäude verendet sind.

Geschwächte Fledermäuse werden wieder aufgepeppelt

Der zur Hilfe gerufene Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt, Marcus Klancicar, und der Fledermausexperte Michael Straube vom Nabu Heinsberg haben die noch lebenden und die verendeten Fledermäuse eingesammelt. Die lebenden Fledermäuse, die derzeit vom Nabu aufgepeppelt werden, kommen wieder frei, sobald sie sich erholt haben.

Mit dem oft als "Fledermaus-Invasion" bezeichneten Phänomen muss laut Angaben der Stadt Mönchengladbach bis Ende September gerechnet werden. Um sich und die Tiere zu schützen, sollten die Fenster in der Zeit zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang geschlossen bleiben. Alternativ sollen Fliegengitter vor den Fenstern helfen.

Was tun, wenn Fledermäuse in der Wohnung sind?

Sind dennoch einmal Fledermäuse in die Wohnung eingeflogen, rät der Nabu, Ruhe zu bewahren und die Fledermäuse zunächst in der Wohnung zu belassen. Abends sollen dann die Fenster weit geöffnet und das Licht ausgemacht werden. Da die Fledermäuse in der Wohnung weder Wasser noch Nahrung finden, verlassen sie das Zimmer von alleine. Wenn alle Tiere ausgeflogen sind, sollten die Fenster geschlossen werden und auch in den folgenden Nächten geschlossen bleiben, da die Tiere sonst zurückkommen könnten.

"Bitte überzeugen sie sich davon, dass alle Fledermäuse den Raum verlassen haben und sich keine Tiere mehr hinter Möbeln, Wandbildern oder in anderen Verstecken aufhalten. Schauen sie bitte auch in Vasen und anderen nach oben offenen Gefäßen nach, denn diese entpuppen sich häufig als Fledermausfallen" sagt Straube. Wer jedoch Probleme hat, die Fledermäuse bis zum Abend zu erdulden oder nicht weiß, wie die Tiere zum Abflug zu bewegen sind, sollte sich an den Fachbereich Umwelt oder an den Nabu wenden.

Auch die Bestände der Stadtfledermausarten seien rückläufig. Grund seien laut einer Mitteilung der Stadt die immer mehr werdenden Quartiere mit Gebäudesanierungen und die energetische Optimierung von Altbauten. Die Stadt rät, Wohnungen oder Büros nicht zusätzlich zu Fallen für diese gesetzlich streng geschützten Tiere zu machen, die nicht zuletzt zahlreiche Mücken vor den Fenstern wegfangen.

Wie der Fachbereich Umwelt weiter mitteilt, ist die Albertusstraße seit Langem als Fledermausgebiet bekannt. Hierfür ist auch der alte Baumbestand mit verantwortlich.

(skr)
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