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Mönchengladbach
Isabel Gredig mag Tattergreise und Hexen

Mönchengladbach: Isabel Gredig mag Tattergreise und Hexen
Die Maskenbildnerin Isabel Gredig brennt für ihren Job und könnte nun auch ausgezeichnet werden. FOTO: Andreas Bretz
Mönchengladbach. Auf der Messe "Beauty" in Düsseldorf ist die Maskenbildnerin aus Mönchengladbach bei der Deutschen Meisterschaft dabei. Von Dagmar Haas-Pilwat

Sie formt Nasen aus Silikon, schafft Monster-Zähne aus Dentalgips und modelliert Narben mit Wachs. "Was nicht existiert, das realisieren wir", sagt Isabel Gredig. Zurzeit arbeitet die junge, angehende Maskenbildnerin mit Hochdruck an einem Monster, mit dem sie bei den Deutschen Meisterschaften für Maskenbildner, dem Oscar der Branche, ins Rennen geht.

Die 23-jährige Frau aus Mönchengladbach und Auszubildende im zweiten Lehrjahr an der Deutschen Oper am Rhein hat es bei 23 Bewerbern aus ganz Deutschland unter die letzten acht geschafft, die am Sonntag auf dem Düsseldorfer Messegelände bei der Make-Up-Artist-Design-Show um die ersten Plätze wettstreiten. 90 Minuten hat sie auf der Bühne dann Zeit, die Jury von ihren Künsten zu überzeugen.

"Klar bin ich aufgeregt", erzählt sie, "schließlich habe ich noch nie einen Menschen in einen Vampir verwandelt." Aus der Reihe der klassischen Ungeheuer - dazu zählen Werwolf, Mumie und natürlich Frankensteins Monster - hat sie sich für den Blutsauger entschieden. Haare, Gebiss und ein Gesichtsteil sind fast fertig. Live gegen die Stoppuhr muss sie dann alles so anbringen, verkleben und schminken, dass aus ihrem Model Felix Gincel - seines Zeichens Beleuchter bei der Rheinoper - eine furchterregende Bestie wird.

Isabel Gredig liebt es, wenn sich unter ihren Händen im Zeitraffer ein Schönling zu einem faltigen Tattergreis mit Halbglatze entwickelt oder der Hexe Warzen wachsen. Die Kunst der Spezialeffekte begeistert sie am meisten. "Diese krasse Verwandlung eines Menschen, das ist schon faszinierend."

"Wir blühen geradezu auf, wenn wir Menschen verändern können - von jung auf alt, von dünn auf dick und am liebsten von lebendig auf tot mit all den Wunden und Verbrennungen", erklärt Bernd Staatz, oberster Ausbilder und Chef-Maskenbildner der Oper. Was sich nach Gruselkabinett anhört, ist alltägliches Geschäft der bundesweit rund 4000 deutschen freiberuflichen Make-up-Artisten, die in 4500 Theatern und Filmstudios ganze Arbeit leisten.

Staatz war es auch, der Isabels Talent während eines Praktikums erkannt und ihr einen der raren Ausbildungsplätze angeboten hat. Als Schülerin hat sie ihren Traumjob übrigens beim Praktikum am Krefelder Schauspielhaus entdeckt. "Seitdem gab es für mich nichts anderes mehr", schwärmt sie. Nach der Ausbildung würde sie gerne am Theater bleiben, ihr Handwerk verfeinern, weiter Bärte und Koteletten ankleben, Falten tiefer, Zähne schiefer machen, Perücken bauen und mit dem Glätteisen Ringellocken schaffen. Das Leben hinter der Bühne habe seinen eigenen Reiz und Teil davon zu sein, sei großartig.

Der Beruf Maskenbildner ist übrigens sehr begehrt. Auf einen Ausbildungsplatz bewerben sich allein an der Deutschen Oper am Rhein, der europaweit renommierten Maskenbildner-Kaderschmiede, 150 junge Leute. In Fachkreisen heißt es, dass Bewerber, die bereits eine Ausbildung als Kosmetiker oder Friseur abgeschlossen haben, bessere Chancen auf einen Platz haben.

Quelle: RP
 
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