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Mönchengladbach
Isabelle Razawi macht Musik-Kabarett

Mönchengladbach: Isabelle Razawi macht Musik-Kabarett
"Sing oder stirb" heißt es im Projekt von Isabelle Razawi. Mit dem Stück geht sie auf Deutschlandtournee. FOTO: Theater
Mönchengladbach. Seit fünf Jahren arbeitet die Opernsängerin und Gesangspädagogin freischaffend. Ihr neues Projekt ist das Stück "Sing oder stirb". Von Dirk Richerdt

Ihre Bühnenkarriere startete Isabelle Razawi 1998 am Theater Bern. Sechs Jahre später stand sie - als Königin der Nacht - zum ersten Mal in Krefeld auf einer Bühne des Gemeinschaftstheaters. Es folgten eine Doppelrolle in dem modernen Musikdrama "Das Gesicht im Spiegel" von Jörg Widmann in Mönchengladbach sowie bis 2011 viele weitere Auftritte während ihres Festengagements am Niederrhein.

"Seit gut fünf Jahren arbeite ich freischaffend", sagt die 46-jährige Sopranistin, die mit ihrem Ehemann, dem amerikanischen Dirigenten und Pianisten Kenneth Duryea, in Odenkirchen lebt. Nach dem Abschied vom Theater arbeitete Isabelle Razawi zunächst ein Jahr als Musiklehrerin am Ricarda-Huch-Gymnasium in Krefeld. Um anschließend festzustellen: "Ich bin und bleibe Sängerin, das ist mein Leben!"

Als sie auf ARTE eine Sendung mit dem berühmten Filmschauspieler Dustin Hoffman gesehen hatte, der darin äußert, dass ein wahrhaftiger Schauspieler unbedingt spielen müsse, um nicht durchzudrehen, wusste Razawi: "Ich musste, neben dem Gesangsunterricht, den ich an der Musikschule Moers gebe, und meiner Arbeit mit Senioren in Pflegeheimen, auf jeden Fall wieder Bühnenluft schnuppern." Sie bewarb sich beim "Theater auf Tour" in Darmstadt. "Die suchten eine Schauspielerin, doch dann hatten sie die Idee, einen Abend als Dinner-Musical zu gestalten", fährt sie fort. Und schon war sie eine von fünf Nonnen, die in der Musical-Komödie "Non(n)sens" den Gästen gehobener Restaurants live das Mehrgang-Menü musikalisch versüßten. Es folgten die Produktionen "My Four Ladies" und das Mafia-Dinnermusical "Casino".

Nun hat Isabelle Razawi selbst ein solches Pasticcio, genauer: ein Crossover-Musik-Kabarett, geschrieben. "Sing oder Stirb" ist eine Mixtur aus Sprech- und Musiktheater aller Sparten, von Oper über Operette und Musical bis hin zu Schlagern, Jazz- und Popsongs. Im Stück spielt Razawi die Konzertveranstalterin Lena Silverstone. Sie hat alle Vorbereitungen für die abendliche Operngala getroffen, in der ein italienischer Startenor und ein Bariton mitwirken sollen.

Das Publikum hat erwartungsvoll Platz genommen, doch von Orchester, Chor und den Solisten fehlt jede Spur! Da muss Lena halt selbst als Solistin ran, sie krallt sich einen Assistenten für die Tenorpartie und engagiert einen zufällig vorbeischauenden Aushilfskellner prompt als Bariton. Und schon stimmen die beiden Männer im Duett Frank Sinatras Evergreen "I've got you under my skin" an, worauf Lena die Arie "Sempre libera" aus "La Traviata" singt. Es folgt ein Sprung zu einem Gershwin-Titel.

Dank der Sprechdialoge ist der rote Faden der Handlung gewährleistet. Natürlich sollen sich die Gäste zwischen den Menügängen köstlich amüsieren. Dass dies jedoch nicht oberflächlich geschieht, sondern mit hohem künstlerischen Anspruch, ist der Autorin sehr wichtig. "Die Inszenierung ist in Darmstadt unter professionellen Bedingungen mit Werkstatt, Malersaal und Kostümabteilung produziert worden", betont sie. Mit ihr treten die beiden Sänger Jussi Järvenpää und Hans Michael Sablotny sowie die Pianistin Seung Hye-Woo auf. Premiere des Stückes "Sing oder Stirb" ist am Samstag, 21. Oktober, im Wiesbadener Radisson Blu Hotel "Schwarzer Bock".

Das Team steuert auch mehrere Stationen in Nordrhein-Westfalen an. Am 16. November ist es in Essen, am 17. November in Köln, am 18. November in Mülheim live zu erleben.

Mehr Infos auf www.sing-oder-stirb.de und unter Telefon 06151 98009-12.

Quelle: RP
 
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