| 14.03 Uhr

Frau und Kind misshandelt
Islamist aus Mönchengladbach muss in Haft

Düsseldorf. Mit Quälereien und Misshandlungen hat ein Islamist in Mönchengladbach ein Kind zum Gotteskrieger machen wollen. Die vollverschleierte Mutter verhinderte die Aussage ihres Sohnes vor Gericht. Der Mann ist zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Ein Islamist aus Mönchengladbach ist für die grausame Misshandlung seiner schwangeren Verlobten und ihres Sohnes zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht in Düsseldorf sprach den 31-Jährigen aus dem Umfeld des inhaftierten Salafistenführers Sven Lau wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung schuldig. Mit seinen Quälereien habe er den Jungen "stählen und zum Gotteskrieger machen wollen". Das Gericht ging mit dem Urteil noch ein halbes Jahr über den Strafantrag der Staatsanwaltschaft hinaus.

Die Vorsitzende Richterin kritisierte die Rechtsanwälte: Auf ihr Betreiben hin habe das Paar während der Untersuchungshaft geheiratet und damit die Aussage des elfjährigen Jungen vor Gericht verhindert und frühere Angaben mit einem Verwertungsverbot belegt. "Leider ist es passiert, dass die Anwälte verhindert haben, dass der kleine Junge sein Recht bekam", sagte die Richterin.

Die vollverschleiert im Landgericht erschienene Frau hatte die Aussage verweigert. Das Gericht zog daraufhin ihre ältere Vernehmung vor einer Amtsrichterin in Mönchengladbach hinzu, wo sie die Misshandlungen detailliert geschildert hatte.

Beteiligung an Kampfhandlungen in Syrien konnten dem Islamisten nicht nachgewiesen werden. Eine vermeintliche "Kampfwunde" stellte sich als Kratzwunde heraus. Deswegen wurde er vom Vorwurf der "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" gegen den syrischen Staat freigesprochen.

Der Angeklagte soll in Mönchengladbach seine Verlobte mehrmals gewürgt, geschlagen und getreten sowie ihren elfjährigen Sohn ebenfalls schwer misshandelt haben. Die Frau hatte sich in ein Frauenhaus geflüchtet, war später aber zu ihrem Peiniger zurückgekehrt.

Der Angeklagte zählt zum Umfeld des Salafistenführers Sven Lau, der in Mönchengladbach den vom Verfassungsschutz beobachteten Verein "Einladung zum Paradies" geleitet und später als Initiator der "Scharia-Polizei" in Wuppertal für Schlagzeilen gesorgt hatte. Lau ist inzwischen als mutmaßlicher Terror-Unterstützer angeklagt.

(lnw)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Frau und Kind misshandelt: Islamist aus Mönchengladbach muss in Haft


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.