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Mönchengladbach
Israelische Schüler besuchten die Stadt

Mönchengladbach: Israelische Schüler besuchten die Stadt
Jugendliche zweier Schulen aus Israel besuchten die Gesamtschule Stadtmitte. Gemeinsam besuchte man Bürgermeister Ulrich Elsen im Rathaus Abtei. Im Fokus stand das friedliche Miteinander. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Die Gesamtschule Stadtmitte hatte Jugendliche aus Kfar Saba und Tira zu Gast. Sie sind Juden und Araber. Die Begegnung war wie eine Völkerverständigung. Nicht der Glaube stand im Mittelpunkt, sondern das Miteinander der Kulturen. Von Angela Wilms-Adrians

Für das gemeinsame Foto lächelten alle um die Wette. Auch sonst war die Stimmung bestens, als die Schüler der Gesamtschule Stadtmitte mit ihren Gästen aus Israel einen Abstecher in das Kellergewölbe des Rathauses Abtei unternahmen. Die Begegnung wirkte selbstverständlich und hatte doch mit Blick auf die Völkerverständigung besonderes Potenzial: Jüdische, arabische und deutsche Schüler sowie Lehrer lachten und plauderten in freundschaftlicher Verbundenheit. Beim Schüleraustausch mit den Gästen aus zwei Schulen nördlich von Tel Aviv stand das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.

Zum ungezwungenen Empfang betonte Bürgermeister Ulrich Elsen: "Alle wissen, dass die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Israel zur Staatsräson gehört. Mit großer Sorge beobachte ich die Konflikte zwischen Israel und den Palästinensern. Umso wichtiger erscheint es mir, dass hier nun israelische und arabische Schüler gemeinsam die Zukunft gestalten wollen." Elsen appellierte an alle Schüler, Mut, Interesse und Neugierde zu zeigen und sich nicht von Misserfolgen ausbremsen zu lassen. Beispielhaft für Deutschlands Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten stand der Weg zu den Stolpersteinen in Gedenken an die jüdischen Bürger Heinz Berthold und Edith Fürst auf dem Programm. Beide wurden 1942 deportiert und später ermordet. Sigal Ostreicher, Lehrerin der jüdischen Rabin Highschool in Kfar Saba, war schon mehrfach in Deutschland, doch das erste Mal in Mönchengladbach. "Es ist ein Gegenbesuch. Es bestehen sehr gute Verbindungen zwischen den deutschen, jüdischen und arabischen Kindern", stellte sie zufrieden fest. Ihr Kollege Raed Fadila von der arabischen Schule in Tira betonte die Wichtigkeit dieser besonderen Begegnung. "So können wir den Umgang zwischen unseren Kulturen in Israel und darüber hinaus verbessern. Lasst uns die guten Dinge tun und die schlechten vergessen", betonte er. Organisiert hatte die Begegnung Angela Grundmann, Lehrerin an der Gesamtschule Stadtmitte. Im vergangenen Jahr war sie mit ihren Schülern und der Tochter zu Gast in Israel. Nun betreute sie drei Gastkinder, einen jüdischen Jungen und zwei arabische Schüler, die sich einvernehmlich ein Zimmer teilten.

Ermöglicht wurde der Schüleraustausch dank Igor Soloviev, Lehrer an der Gesamtschule. Er stellte den Kontakt her zu Michael Krebs und der Organisation Begegnungen 2005.de, dem Förderverein für internationalen Jugendaustausch, und damit zu den Schulen her. "Ich bin Jude. Es macht mich stolz, dass meine Schule mir die Möglichkeit gibt, meine Kultur einzubringen und dazu beizutragen, dass sich Menschen begegnen, die als Feinde gelten. Zwischen den Jugendlichen bemerkt man keine Spannungen und Barrieren. Ich kann nicht die Politik verändern, aber etwas tun, das zum Frieden beiträgt", sagt er.

Quelle: RP
 
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